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NWZonline.de Sport Fußball

Neue Details belasten Niersbach schwer

13.11.2015

Frankfurt Wolfgang Niersbach gerät durch das brisante Beckenbauer-Papier immer mehr ins Zwielicht, um seine Nachfolge als DFB-Präsident tobt der Machtkampf: Im Skandal um die Vergabe der WM 2006 wird das Länderspiel der Fußball-Nationalmannschaft in Frankreich an diesem Freitag zur Nebensache. Drei Tage nach dem Rücktritt von DFB-Boss Niersbach berichteten „Der Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“, dass Niersbach schon länger als von ihm beteuert von dem ominösen Vertragsentwurf zwischen dem damaligen Organisationskomitee-Chef Franz Beckenbauer und Fifa-Spitzenfunktionär Jack Warner gewusst haben soll.

Erstmals gerät auch DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock in die Kritik. Neben Niersbach soll Sandrock von dessen Stellvertreter Stefan Hans über das Papier informiert worden sein, schrieb die „SZ“. Der Verband wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht zu den neuen Details äußern.

Der Vertragsentwurf von 2000, vier Tage vor der WM-Vergabe, hatte dem damaligen, inzwischen wegen Korruption gesperrten Fifa-Wahlmann Warner aus Trinidad und Tobago Vorteile garantiert. Es ist aber unklar, ob dies je umgesetzt wurde. Das Schreiben soll von Hans im Archiv des Verbandes entdeckt worden sein, nachdem die Recherchen nach der dubiosen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung des DFB an die Fifa begonnen hatten.

Hans hat nach „SZ“-Angaben in einem Brief den Mitgliedern des DFB-Präsidiums mitgeteilt, dass er Niersbach und Sandrock unverzüglich telefonisch von seinem Fund in Kenntnis gesetzt habe – und zwar vor der missratenen Pressekonferenz Niersbachs am 22. Oktober. Damals konnte der DFB-Präsident viele Fragen nicht beantworten, betonte aber, dass es „keinen Stimmenkauf“ vor der WM-Vergabe gegeben habe.

Den Inhalt des brisanten Schreibens hatte zuletzt DFB-Interimspräsident Rainer Koch bestätigt. Unterschrieben hat den Vertragsentwurf laut DFB-Darstellung Beckenbauer.

Nach Angaben des „Spiegel“ hat Niersbach seine Präsidiumskollegen über das Dokument nicht informiert. Diese stießen durch die externen Prüfer der Frankfurter Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer darauf. Die DFB-Vizepräsidenten Koch und Reinhard Rauball, die am Montag vorerst das Führungsamt von Niersbach übernahmen, sowie Schatzmeister Reinhard Grindel sollen Niersbach daraufhin zur Rede gestellt haben. Stunden später folgte der Rücktritt des DFB-Chefs.

Derweil erhitzt die Nachfolgeregelung des höchsten Amtes im deutschen Fußball weiter die Gemüter. Nachdem der frühere DFB-Vize und niedersächsische Verbandschef Karl Rothmund mit der Aussage nach vorn geprescht war, dass Koch nicht für den Chefposten kandidieren, sondern den CDU-Bundestagsabgeordneten Grindel (Wahlkreis Rotenburg/Wümme) unterstützen werde, versuchte Koch die öffentliche Debatte wieder einzudämmen. Er wolle sich zur Präsidentenfrage „zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern“, sagte Bayerns Verbandsboss.

Ligachef und DFB-Interimspräsident Rauball passte die frühe Personalisierung der Planung ebenfalls nicht. „Für mich ist die Reihenfolge: erst Aufklärung, dann Analyse, dann Diskussion über mögliche Erfordernisse – und schließlich eine konsequente Umsetzung“, mahnte er.

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