Hamburg - Nordderbys zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen sind schon wegen der Fan-Rivalität brisant. Nun kommt hinzu, dass es für beide Clubs ums sportliche Überleben in der Fußball-Bundesliga geht. Der HSV würde bei einer Niederlage tief im Abstiegskampf stecken. Werder könnte den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze verlieren. Die Angst, dass dies ein Gewaltpotenzial in sich birgt, ist groß.

Zumal der Freitagabend ein unbeliebter Termin für ein Risikospiel ist. „Es besteht die Möglichkeit, im Schutz der Dunkelheit zu agieren. Wenn sich Hooligans nach dem Spiel treffen und auseinandersetzen, ist das schwieriger zu verhindern als am Tage“, sagt Dirk Schröder von der Polizei Hamburg. „Zudem ist damit zu rechnen, dass viele Fans danach auf den Kiez gehen. Dort könnte es weitere Auseinandersetzungen geben.“

Grund für die freitägliche Ansetzung ist, dass an diesem Sonnabend viele Polizeikräfte in Hannover benötigt werden, wo US-Präsident Barack Obama die Industrie-Messe eröffnet.

Viele Sicherheitsvorkehrungen sind für das Derby eingeleitet worden. Im Stadion und in Zügen aus Bremen gibt es keinen Alkohol. Zudem wird alles unternommen, um ein Aufeinandertreffen der Fanlager zu verhindern. Über den öffentlichen Nahverkehr werden unterschiedliche Anfahrtswege eingerichtet. Im Stadion werden die Fans in Sektoren getrennt.

Rund 6500 Fans reisen aus Bremen an – viele mit der Bahn. Später im Stadion ist Carsten Klauer für die Sicherheit verantwortlich. Der geschäftsführende Gesellschafter der Power Personen-Objekt-Werkschutz GmbH schickt etwa 600 seiner Ordner in und um das Volksparkstadion (200 mehr als sonst). Nicht alle sind als Sicherheitsleute erkennbar: „Wir haben Kräfte, die in zivil draußen unterwegs sind und beobachten.“ Hinzu kommen Eingreiftruppen, die bei Ausschreitungen zur Stelle sind, oder Ordner im Innenraum.