NüRNBERG - Am Sonnabend schien in Nürnberg wieder die Sonne – als hätte es dieses schwere Unwetter einige Stunden zuvor nie gegeben. Noch am Freitagabend war Schiedsrichter Jochen Drees im sintflutartigen Regen mit einem Schirm in der Hand fast verzweifelt über den mit Pfützen übersäten Platz im Frankenstadion gelaufen und hatte einige Ersatzspieler sogar Schussübungen ausführen lassen – doch der Ball wollte einfach nicht richtig rollen.
Als dann auch noch das Nürnberger Wetteramt mit schlechten Nachrichten aufwartete, sah sich der Unparteiische aus Mainz zu einer „ganz schwierigen Entscheidung“ gezwungen. Drees brach das Spiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Wolfsburg nach 45 gespielten Minuten und einer einstündigen Unterbrechung beim Stand von 1:0 ab und sorgte dafür, dass die Fußball-Bundesliga um 22.15 Uhr um ein historisches Ereignis reicher war.
Begeisterung löste die Entscheidung angesichts der Führung bei den abstiegsbedrohten Nürnbergern nicht aus – doch am Ende überwog das Verständnis für die ungewöhnliche Maßnahme. Die komplette Partie muss nun wiederholt werden. Den Termin, möglicherweise der kommende Sonntag, will die Deutsche Fußball Liga (DFL) bis spätestens Dienstag bekanntgeben. Die Eintrittskarten vom vergangenen Freitag behalten ihre Gültigkeit.
„In unserer Situation ist das natürlich nicht so schön, aber wir werden auch im Wiederholungsspiel Gas geben“, sagte FCN-Trainer Thomas von Heesen. Nachdem es fünf Minuten vor Spielbeginn angefangen hatte, wie aus Kübeln zu gießen, stand der Platz nach einer guten Viertelstunde derart unter Wasser, dass an ein reguläres Spiel nicht mehr zu denken war. „Das hatte mit Fußball nichts mehr zu tun, das war alles nur noch Zufall“, stellte Wolfsburgs Sascha Riether treffend fest.
