NüRNBERG - Der brasilianische Neuzugang spielte unauffällig. Ebenso wie der neue Niederländer Nigel de Jong stand er in der Anfangsformation.

von Maik Rosner

NÜRNBERG - Nach dem Fehlstart in die Bundesliga-Rückrunde wollte Thomas Doll vom Titelrennen nichts mehr wissen. „Ehrlich gesagt ist es mir völlig wurst, wer Meister wird“, sagte der Trainer des Hamburger SV nach der 1:2 (0:0)-Pleite beim Abstiegskandidaten 1. FC Nürnberg sichtlich angefressen.

Er verwies auf das offizielle Saisonziel: „Was wir wollen, ist der internationale Wettbewerb.“ Titelverteidiger Bayern München hat der HSV bereits zum Rückrundenauftakt aus den Augen verloren: Nach der ersten Auswärtsniederlage der Saison ist der Rückstand auf den Tabellenführer auf neun Punkte angewachsen. Die zweite Pleite der Spielzeit konnte auch Bundesliga-Rückkehrer Ailton nicht verhindern. Der Brasilianer gab drei Tage nach seinem Dienstantritt beim HSV ein unauffälliges Debüt.

Doch auch wenn ihm noch wenig gelang, lobte Doll Ailton ebenso wie die zweite Last-Minute-Verpflichtung Nigel de Jong. „ Sie haben vor allem in der ersten Halbzeit gezeigt, dass sie eine Verstärkung für uns sind“, meinte der HSV-Coach, ärgerte sich aber über die zweite Hälfte: „Was da abgelaufen ist, ist mir unverständlich.“

Da stahl Stefan Kießling nämlich Ailton die Show. Er erzielte nach dem Eigentor von Andreas Wolf zur HSV-Führung (64.) und dem Ausgleich durch Iwan Sajenko (67.) den Treffer zum ersten Sieg des „Club“ gegen die Hamburger seit knapp 13 Jahren (73.). Kießling hatte zunächst wegen einer Angina nur auf der Ersatzbank gesessen und war erst sieben Minuten vor dem Siegtor eingewechselt worden.

Die gute Stimmung bei den Franken trübte einzig der erneute Bruch des linken Mittelfußes bei Torjäger Marek Mintal. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison hatte sich die Verletzung bei seinem Comeback nach fast einem halben Jahr Zwangspause gleich zu Beginn der Partie ohne Einwirkung eines Gegenspielers zugezogen.

In einer 90-minütigen Operation am späten Sonnabend stellte Mannschaftsarzt Dr. Jochen Gruber eine neue Bruchstelle fest. Weil der slowakische Nationalspieler voraussichtlich bis zum Saisonende ausfallen wird, bemüht sich der „Club“ um eine weitere Nachverpflichtung bis zum Ende der Wechselfrist am 31. Januar.