NüRNBERG - Der 1. FC Nürnberg hat seine zweite Chance gegen den VfL Wolfsburg genutzt. Durch das zweite Saisontor von Jan Koller in der 79. Minute besiegte der Club im Wiederholungsspiel des 28. Spieltags die Niedersachsen 1:0 (0:0). Der entthronte Pokalsieger hat damit in der Fußball-Bundesliga nur noch zwei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer und sein Schicksal wieder in der eigenen Hand: Mit einem Erfolg gegen den Tabellen-15. Arminia Bielefeld am kommenden Sonnabend könnten die Franken die Abstiegsplätze verlassen.

„Was die Mannschaft heute gezeigt hat, ist das Maß, das wir brauchen, um die Klasse zu halten“, sagte Club-Trainer Thomas von Heesen nach dem erst zweiten Sieg in den letzten 13 Spielen: „Wir haben hochverdient gewonnen. Wir glauben daran, dass wir es aus eigener Kraft schaffen werden.“ Für Wolfsburgs Coach Felix Magath war es „eine völlig verdiente Niederlage“: „Der Club war einsatzfreudiger und hat gewinnen wollen, wogegen bei uns zu wenig Leben drin war.“

Beim wegen starker Regenfälle neun Tage zuvor in der Halbzeitpause abgebrochenen Spiel hatte Nürnberg durch einen Treffer von Iwan Sajenko 1:0 geführt – auch diesmal waren die Gastgeber vor 45 100 Zuschauern auf dem besten Wege, mit einer Führung in die Pause zu gehen. Einem Treffer von Koller (15.) verweigerte Schiedsrichter Marc Seemann aber wegen Abseits die Anerkennung.

Nach weiteren Chancen schien es, als hätte der Club dann ein wenig den Mut verloren. Nach etwa 25 Minuten gaben die Franken das Spiel zusehends aus der Hand. Die bis dahin fahrig wirkenden Wolfsburger kamen besser zur Geltung. Bei einem Kopfball von Ricardo Costa, der nur knapp neben das Tor flog, standen die Gäste selbst vor dem Führungstreffer.

Nach der Pause waren es erneut die Nürnberger, die mehr für einen Torerfolg taten. Allerdings ließen Marek Mintal (51./67.), Sajenko (60.) und Javier Pinola (66.) erneute beste Chancen aus, ehe Koller den Nürnberger Anhang erlöste: Mit einem fulminanten Schuss aus etwa 14 Metern ließ der tschechische Nationalspieler dem starken Diego Benaglio im VfL-Tor keine Abwehrchance.