Bremen - Hinter dem Einsatz der beiden dienstältesten Werder-Profis beim Auswärtsspiel in der Fußball-Bundesliga an diesem Freitagabend (20.30 Uhr) in Berlin steht noch ein Fragezeichen. Clemens Fritz hatte am Mittwoch das Training aufgrund von Oberschenkelproblemen abgebrochen, Aaron Hunt ist nach einer Erkältung gerade erst wieder eingestiegen.
Der Kapitän Fritz wechselte 2006 nach Bremen, Vizekapitän Hunt ist bereits als 14-Jähriger für Werder aufgelaufen und gab sein Debüt in der Bundesliga 2004. Die beiden haben noch die ruhmreichen Zeiten des Clubs erlebt, sie haben viele Spieler kommen und gehen sehen. Zum Saisonbeginn 2013/14 durften sie vier externe Zugänge begrüßen: Luca Caldirola (22), Santiago Garcia (25), Franco di Santo (24) und Cedric Makiadi (29). Eventuell stehen alle vier in der Partie bei Hertha BSC in der Startelf. Aber gehen sie deshalb auch als Transfer-Volltreffer durch?
Dutts Wunschverpflichtung Cedric Makiadi ist weit davon entfernt, die vorgesehene Führungsspieler-Rolle auszufüllen. Zu gemeinsamen Zeiten beim SC Freiburg hatte Dutt den einstigen „Zehner“ umfunktioniert zum „Sechser“. „Man kann sagen, dass er mich in meinem Leben als Fußballer inspiriert hat“, sagt Makiadi rückblickend. Man kann allerdings nicht gerade behaupten, dass der Kongolese inspirierend auf das Werder-Spiel wirkt.
Linksverteidiger Santiago Garcia war beim italienischen Erstligisten US Palermo in Ungnade gefallen. Sogenannte Fans hatten ihn sogar bedroht. Garcia zog es deshalb vor, den Serie-A-Club zu verlassen.
Im Werder-Trikot zeigt er jedoch zwei Gesichter. Der Argentinier ist ein humorvoller Mensch und sorgt regelmäßig für Begeisterung, wenn er über die linke Seite nach vorne prescht. Bei den Bremer Fans sorgt er aber gleichzeitig für Haareraufen, wenn ihm wieder einmal hanebüchene Stellungsfehler in der Rückwärtsbewegung unterlaufen und er Fehlpässe produziert.
Franco di Santo hat sich nicht zum zweiten Claudio Pizarro oder Ailton entwickelt. Als der Landsmann von Garcia beim dritten Saisonspiel in Dortmund eingewechselt wurde, da deutete er an, eine Verstärkung werden zu können. Dann aber sah der Angreifer in seinem Startelf-Debüt die Rote Karte und fiel anschließend mehrere Wochen verletzt aus.
Luca Caldirola gilt unter Experten noch am ehesten als Verstärkung. Der ehemalige italienische U-21-Nationalspieler hat sich als solider Abwehrchef etabliert, ohne dabei aber an die Leistungen des zu Borussia Dortmund gewechselten Sokratis heranreichen zu können.
Bereits zu Beginn seiner Amtszeit hatte Dutt versprochen, vermehrt Talente aus der U 23 einbauen zu wollen. Und der Trainer hielt Wort. Die Youngster Melvyn Lorenzen, Davie Selke und Martin Kobylanski mühten sich zwar redlich, aber Werders fußballerisches Niveau konnten sie nicht wirklich anheben.
In dieser Woche reiste Sportchef Thomas Eichin nach Turin, um mit den Verantwortlichen von Juventus erneut über die geplante Kooperation zu beratschlagen. Zumindest kurz- bis mittelfristig könnte es Werder weiterhelfen – wenn Eichin den einen oder anderen Leihspieler von „Juve“ loseisen könnte.
