Dortmund/Hamburg - Markus Gisdol, Trainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, denkt erstaunlicherweise gern an das Hinrunden-Spiel gegen Borussia Dortmund zurück. Sein Team verlor damals mit 2:5, dennoch habe es „erste offensive Lichtblicke gegeben, das blieb bei mir hängen“, sagte er vor dem Rückspiel an diesem Dienstag (20 Uhr) in Dortmund, das vom frei empfangbaren Sender Sky Sports News HD live übetragen wird. Dass Dortmunds Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang damals vier Tore in Hamburg erzielte, erwähnte Gisdol nicht.
Bei jenem Aubameyang stellt sich die Frage, wie er für seinen eigenartigen Auftritt am Samstag im Derby bei Schalke 04 (1:1) bestraft wird. Der Torjäger hatte sich nach seinem Treffer eine Maske seines privaten Sponsors Nike übergezogen. Teamausrüster der Dortmunder ist Puma.
„Das ist meine eigene Maske. Das hat nichts mit Nike zu tun“, versicherte Aubameyang nur bedingt glaubhaft. Er darf aber auf Milde hoffen: „Ich bin nicht in erster Linie auf Auba sauer, sondern auf Nike“, sagt Hans-Joachim Watzke. Der BVB-Geschäftsführer sieht den US-Giganten der Sportartikelindustrie als Anstifter für den Werbegag. „Auba ist ein positiver Mensch, der macht sich nicht über die negativen Folgen Gedanken“, sagte Watzke: „Er hat sich darauf versteift, dass das ein cooler Jubel für ihn ist: Er wird benutzt für eine Nike-Kampagne. Das ist unwürdig.“ Spekuliert wird dennoch, dass der 27-Jährige vereinsintern mit einer Strafe von 50 000 Euro belegt wird. Bestätigt wird das vom BVB nicht.
Ein Nachspiel der DFB-Justiz muss Aubameyang jedoch nicht fürchten. Schiedsrichter Felix Zwayer ahndete die umstrittene Aktion von Aubameyang mit einer Gelben Karte. Damit ist der Fall für den Verband abgeschlossen. Wie ein DFB-Sprecher am Montag bestätigte, wird der Kontrollausschuss nicht ermitteln.
