OLDENBURG - Neu orientieren muss sich Basketball-Bundesligist EWE Baskets Oldenburg an diesem Sonnabend. Die Gastspiele bei den Giants führten die Norddeutschen in den Vorjahren stets nach Leverkusen – seit dieser Saison allerdings tritt der Club aus dem Westen in Düsseldorf an. Da Hauptsponsor Bayer im vergangenen Sommer ausgestiegen war, gab es keine Zukunft mehr am alten Standort. Die Oldenburger interessiert das wenig: Sie wollen die Tabellenspitze auch gut 30 Kilometer rheinaufwärts verteidigen und ihrem Status des besten Auswärtsteams der Liga gerecht werden. Das Spiel beginnt um 18.30 Uhr.
Die Giants Düsseldorf kämpfen in ihrer Debütsaison mit einigen Sorgen. Neben sportlichen Problemen steckt auch die Suche nach einem breiten Stammpublikum noch in den Kinderschuhen. 2355 Zuschauer finden im Schnitt den Weg in die Arena mit dem umständlichen Namen „Burg-Wächter Castello“. Einzig Aufsteiger Nördlingen muss mit noch weniger Besuchern auskommen.
Dabei ließen die Verantwortlichen nichts unversucht, um in der neuen Heimat mit viel Werbung und Marketing-Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. Im Schatten der DEL-Eishockey-Mannschaft Metro Stars und der tief verwurzelten Liebe zur Düsseldorfer Fortuna in der Dritten Fußball-Liga führen die Basketballer ein noch wenig beachtetes Nischendasein.
War die erste Saisonhälfte noch dazu angetan, das Interesse der Fans zu wecken, folgte ab dem 17. Spieltag eine verblüffende Negativ-Serie, die alle Playoff-Hoffnungen zunichte machte. 0:14 Punkte in Folge trieben Trainer und Management tiefe Sorgenfalten ins Gesicht. Zuletzt holten die Schützlinge von Coach Achim Kuczmann immerhin vier Siege in sechs Spielen und entledigten sich kurzzeitig aufkommender Abstiegsängste.
Mancher Fan sehnt inzwischen mehr denn je die guten alten Zeiten in Leverkusen zurück. Doch die glorreiche Vergangenheit mit sieben Meistertiteln ist längst Geschichte. Und auch die Struktur des Teams hat sich nachhaltig verändert. Galten die Giants früher oft als Sammelbecken für deutsche Talente, hält mittlerweile nur noch Gordon Geib die Fahne der einheimischen Korbjäger hoch. Gleich acht US-Amerikaner prägen das Spiel der Giants, bei denen Brant Bailey (12,1 Punkte pro Partie), Brendan Winters (11,6) und Matt Lottich (10,8) gesonderte Erwähnung finden müssen.
