Oldenburg - Seit Montag ist klar: Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise soll die Saison in der Basketball-Bundesliga fortgesetzt werden. Gespielt werden soll in Turnierform mit zehn Mannschaften, ohne Zuschauer und an einem zentralen Standort. Und da kommen die EWE Baskets Oldenburg um Geschäftsführer Hermann Schüller ins Spiel.
Neben den Teams aus München, Ulm und Frankfurt zeigen nämlich auch die Oldenburger grundsätzliches Interesse an einer Turnierausrichtung. Dafür müssten drei Anforderungen erfüllt werden: die Verfügbarkeit der Arena, ein Hygiene- und Sicherheitskonzept sowie ausreichende Hotelkapazitäten. Die Baskets wollen diese Dinge prüfen, um dem Ligaverband BBL „ein schlüssiges Konzept“ anbieten zu können, so der Clubboss.
Die Arena
„Wir haben mit den beiden Hallen hier eigentlich perfekte Bedingungen“, sagte Schüller am Dienstag mit Blick auf die kleine und die große EWE-Arena. Das sei im Vergleich zu den anderen Standorten ein großer Vorteil. Dazu liegt das Baskets-Center an der Maastrichter Straße mit der Trainingshalle direkt um die Ecke. Mit der städtischen Weser-Ems-Hallen GmbH, der Eigentümerin der beiden Arenen, soll es „zeitnah“ Gespräche geben. Schließlich soll bereits am kommenden Montag bei der BBL eine Entscheidung in der Standortfrage fallen.
Hygiene und Sicherheit
Beim Thema Hygiene und Sicherheit arbeitet die BBL derzeit an einen Konzept. Alleine könnten die Baskets dies nicht stemmen, so Schüller. Die Baskets wollen hierbei aber mithelfen. Die Liga werde dabei auch externe Beratung in Anspruch nehmen. Die Zahl und Abwicklung der nötigen Corona-Tests, mögliche Kontakte der Turnierbeteiligten nach außen, die Art der Fortbewegung zwischen Halle und Hotel – alles muss geklärt werden.
Hotelkapazitäten
Die Kapazitäten seien da, sagt Schüller, um die zehn Teams (Oldenburg, Vechta, München, Ludwigsburg, Crailsheim, Berlin, Bamberg, Göttingen, Ulm, Frankfurt) in verschiedenen Herbergen unterzubringen – auch wenn das vor einigen Tagen noch anders klang. Da hatte Schüller Oldenburg als ein solches Zentrum noch ausgeschlossen. Nun erfolgte also die Kehrtwende.
Gespielt werden soll zunächst in zwei Fünfer-Gruppen. Anschließend werden das Viertel- und das Halbfinale sowie das Finale in einem angepassten Playoff-Modus ausgetragen. Etwa drei Wochen soll dieses Turnier dauern. In dieser Zeit würden sich die Spieler, Trainer und Betreuer nur zwischen ihrem jeweiligen Hotel und den Hallen bewegen. Hotels im gesamten Oldenburger Land kämen in Frage, sagt Schüller. Die Unterbringung der Teams sei leistbar und „mit dem Ammerland haben wir ein herrliches Naherholungsgebiet um die Ecke“.
Die Genehmigung
Grundsätzlich muss die BBL aber erst einmal abwarten, ob die Politik die notwendigen Genehmigungen erteilt. Und dabei ist derzeit noch unklar, welche Instanzen auf Landes- oder gar Bundesebene überhaupt zuständig sind. Von der Stadt Oldenburg hieß es am Dienstag: „Wir haben die Initiative zur Kenntnis genommen, können sie aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht bewerten. Wir benötigen zunächst einmal klare Regelungen auf Bundes- und Landesebene zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs und in diesem Fall insbesondere zur Fortführung von Profi-Sport. Es ist noch nicht bekannt, unter welchen Bedingungen das möglich sein wird.“
Schüller hofft, dass die Fußball-Bundesliga, die ebenfalls auf eine Fortsetzung des Spielbetriebs drängt, eine Vorreiterrolle einnimmt. „Wenn der Fußball spielt, dann spielt auch der Basketball. Sollte der Fußball nicht spielen dürfen, dann sieht es auch für den Basketball schlecht aus.“
