OLDENBURG - Zum vierten Mal starten die EWE Baskets Oldenburg an diesem Dienstag in das Abenteuer Europapokal. In der Gruppenphase der Euro-Challenge, hinter der Euroleague und dem Eurocup der dritte Wettbewerb für Vereinsmannschaften, tritt der Basketball-Bundesligist um 18 Uhr bei BK Spu Nitra an. Die slowakische Stadt Nitra zählt rund 80 000 Einwohner und liegt etwa 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Bratislava, über die die Baskets am Montag per Flieger aus Berlin anreisten.
Anfeuerung vom Band
In der Euro-Challenge stoßen verschiedene Basketball-Welten aufeinander. Diese Erfahrung machten die Oldenburger bereits in der Saison 2008/09, als sie bei ihrer Europapokal-Premiere ebenfalls in diesem Wettbewerb an den Start gingen. Das Auswärtsspiel bei EJ Amsterdam in den Niederlanden am 2. Dezember 2008 fand nur vor einer Handvoll Zuschauer statt. Um dennoch ein bisschen Stimmung in die Halle zu bringen, spielten die Gastgeber Klatschgeräusche und Anfeuerungsrufe vom Band ein. Eine Woche später erlebte die Baskets-Mannschaft aus dem damaligen Team stehen noch Rickey Paulding und Milan Majstorovic im Oldenburger Kader das Gegenteil: Rund um das Spiel bei Hapoel Jerusalem im Basketball-verrückten Israel wurden die Gäste von mehreren Fernsehteams begleitet. Das waren die Oldenburger aus der Heimat nicht gewohnt. Das große Interesse hatte natürlich auch damit zu tun, dass Auftritte deutscher Sportmannschaften in Israel (freilich waren deutsche Spieler im Team in der Minderheit) noch immer etwas Besonderes sind. Zum anderen zeigt es, dass Basketball in den Ländern der Euro-Challenge-Teilnehmer höchst unterschiedlich wahrgenommen wird.
Auch dieses Mal sind Etablierte und Exoten dabei. So gelten beispielsweise Besiktas Istanbul aus der Türkei (Gruppengegner der BG Göttingen) und BK Ventspils aus Lettland als Schwergewichte im internationalen Basketball. Von den Bedingungen in diesen Clubs sind die ebenfalls teilnehmenden Mannschaften wie Szolnoki Olaj aus Ungarn und Etha Engomi aus Zyperns Hauptstadt Nikosia dagegen weit entfernt.
Um Außenseitern aber die Teilnahme zu ermöglichen, hat der europäische Verband die Eingangshürde niedrig gehalten. So fasst die Halle von Oldenburgs Gegner Nitra gerade einmal 1800 Zuschauer. Zur Erinnerung: In der Saison 2009/10 durften die Baskets ihre Heimspiele in der Euroleague nicht in der heimischen Arena austragen, da diese lediglich 3148 Zuschauern Platz bot, der Verband für die Partien in der Königsklasse aber Raum für 5000 Besucher vorschrieb. Die Folge war, dass die Baskets in die benachbarte Weser-Ems-Halle ausweichen mussten.
Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller sieht die Europapokal-Teilnahme auch als Werbung in eigener Sache. Wenn wir mit möglichen Zugängen verhandeln, fragen diese Spieler stets genau nach, ob wir im Europapokal spielen, sagt der 59-Jährige. Wir wollen uns mit diesen Teilnahmen international einen Namen machen und dafür sorgen, dass Spieler wissen, wo Oldenburg liegt.
Teilnehmer zahlen drauf
Diese Werbung muss man sich leisten können. Denn im Gegensatz zum Fußball-Europapokal, wo die Clubs durch gut dotierte TV-Verträge den Wettbewerb als Einnahmequelle nutzen, zahlen Basketball-Teams in der Euro-Challenge (und auch bei den anderen Europapokal-Wettbewerben) drauf. Kontrakte mit Fernsehsendern gibt es nicht, und auch das Zuschauerinteresse ist bei Partien gegen internationale Gegner in der Regel geringer als bei Spielen in der heimischen Liga.
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