OLDENBURG - Mit den Regeln auf dem Feld hat Jonathan Wallace noch ein paar Probleme. „So grob habe ich das Spiel verstanden“, sagt der 25-jährige Basketball-Profi des Bundesligisten Bayern München. „Bei einigen Entscheidungen des Schiedsrichters muss ich allerdings beim Nebenmann nachfragen.“

Damit die ausländischen Spieler der Münchner wissen, woher die große Bekanntheit des Clubs rührt, stehen für sie regelmäßig Stadionbesuche bei den Fußballern des FC Bayern an. Wallace hat diese Lektion bereits im Vorjahr erhalten, nachdem er zum damaligen Zweitligisten gewechselt war. „Es war ganz interessant“, schmunzelt der Aufbauspieler über dieses seltsame Spiel auf dem Rasen, das für Amerikaner wie ihn so gewöhnungsbedürftig ist.

An diesem Sonnabend (20.05 Uhr/Sport 1) macht Wallace in der Oldenburger EWE-Arena wieder das, wofür ihn die Münchner verpflichtet haben: Basketball spielen. Mit den drittplatzierten Bayern tritt er bei den Baskets Oldenburg (Rang elf) an, mit denen er 2009 die deutsche Meisterschaft gewonnen hatte. Damals wie heute zählen Je’Kel Foster (28) und Ruben Boumtje Boumtje (33) zu seinen Teamkollegen. Während Boumtje Boumtje (er verließ Oldenburg 2010) schon im Vorjahr mit den Artland Dragons Quakenbrück zum Spiel in die Arena kam, ist es für Wallace und Foster die erste Rückkehr an den einstigen Arbeitsplatz. Nach dem Titelgewinn 2009 ging Wallace zu den Rio Grande Valley Vipers in die USA und wechselte 2010 nach München. Foster spielte noch die Saison 2009/10 in Oldenburg, ehe er nach Italien ging und in diesem Sommer zum Erstliga-Aufsteiger nach München kam.

Bei der Beschreibung der Bedingungen in München überbieten sich die beiden. „Phantastisch, toll organisiert, alles vorhanden“, sind Begriffe, die immer wieder fallen. Dabei vergisst Foster nicht, auch die professionelle Arbeit der Oldenburger zu loben. „Sie werden am Sonnabend sehr gut vorbereitet in das Spiel gehen“, sagt der amerikanische Flügel- und Aufbauspieler. „Aber das wird bei uns auch der Fall sein.“

Garant dafür ist Trainer Dirk Bauermann (53). Der trat für das Amt als Bayern-Coach jüngst sogar vom Posten des Bundestrainers zurück, da ein Trainer in Deutschland nicht gleichzeitig einen Erstligisten und die Nationalmannschaft betreuen darf. In der Vorsaison, als die Bayern noch Zweitligist waren, hatte ihn dieses Verbot nicht betroffen.

Dass beim FC Bayern höchste Ansprüche gelten, hat sich längst von den Fußballern auch auf die Basketball-Abteilung übertragen. Andererseits wird diese Einstellung auch von den Zugängen in den Club hereingetragen. „Mir ist es egal, ob ich bei einem Aufsteiger oder bei einem etablierten Erstliga-Club spiele“, sagt Foster. „Mein Ziel ist das gleiche: Ich will Meister werden.“ Wie das geht, machen die Fußballer des FC Bayern seit Jahrzehnten regelmäßig vor. Anschauungsunterricht hat Foster allerdings noch nicht genossen. Sein Stadionbesuch steht noch aus.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)