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NWZonline.de Sport Fußball

Ewiger Streit um Profis in Reserve-Teams

04.12.2019

Oldenburg Wissen Sie noch, wer in der vergangenen Saison beide Tore beim 2:0-Sieg des Hamburger SV II gegen den VfL Oldenburg erzielt hat? Es war Jann-Fiete Arp (aktueller Marktwert laut transfermarkt.de: 4 Millionen Euro). Erinnern Sie sich an den Doppel-Torschützen von Hannover 96 II beim 2:1-Erfolg beim VfB Oldenburg? Er hieß Edgar Prib (900 000 Euro). Oder daran, dass Joshua Sargent (6 Mio.) beim 3:0 von Werder Bremens Reserve im Marschweg ein Tor erzielte und die anderen beiden vorbereitete? Ist Ihnen aufgefallen, dass Bakery Jatta (2,5 Mio.) in beiden Partien des HSV II mit dem SSV Jeddeloh in der Startelf stand und beim 2:1-Sieg daheim ein Tor beisteuerte?

VfB Lübeck ärgert sich

Das alles sind prominente Beispiele aus der Vorsaison – ein aktueller Fall sorgt nun dafür, dass der ewige Streit, wie fair es ist, dass Profis von Bundesligamannschaften in Amateurklassen wie der Regionalliga Nord aushelfen, wieder hochkocht. Daniel Ginczek erzielte beim 5:0 des VfL Wolfsburg II gegen den VfB Oldenburg zwei Tore, in Xaver Schlager und Elvis Rexhbecaj standen zwei weitere „Millionen-Profis“ in der Startelf der Wölfe. Das ärgerte zwar auch die Oldenburger, vor allem aber brachte das Wolfsburgs Meisterschaftsrivalen VfB Lübeck so richtig auf die Palme.

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„Wenn bei uns Spieler ausfallen, dann müssen wir mit Jungs aus unserer Oberliga-U 23 oder mit A-Jugendlichen auskommen, während der VfL sich einfach im Bundesligaregal bedient“, ärgerte sich VfB-Vorstand Florian Möller und sprach von „Wettbewerbsverzerrung“.

VfL-II-Trainer Rüdiger Ziehl konnte diese Kritik nicht nachvollziehen, die Profis seien Teil des Regionalliga-Teams gewesen, „um nach einer langen Verletzungspause Spielpraxis zu sammeln. Das ist genauso Aufgabe einer U-23-Mannschaft wie die Weiterentwicklung der jungen Spieler“. Er würde das auch so machen, wenn es um Platz fünf ginge. „So ist der Wettbewerb“, sagte VfB-Trainer Alexander Kiene etwas resignierend mit Blick auf die Millionen-Truppe, die seinem Team in Wolfsburg gegenüberstand.

Ein Mittelfeld aus Profis

Die Zahlen sagen alles über die Unterschiede aus: Ginczek war 2018 für 14 Millionen vom VfB Stuttgart in die Autostadt gewechselt, Schlager in diesem Sommer für 15 Millionen von RB Salzburg. Dazu kamen Rexhbecaj (Marktwert: 8 Millionen Euro) und Ismail Azzaoui (2015 für eine Million Euro von den Tottenham Hotspur gekommen). „Das ganze Mittelfeld bestand aus Profis“, stellte Kiene fest: „Das ist schon Qualität und auch ein Zeichen dafür, welchen Respekt die Wolfsburger vor uns hatten“, meinte Kiene.

Dass der Österreicher Schlager keine 24 Stunden zuvor zum Bundesliga-Kader in Frankfurt gezählt und dort beim 2:0-Sieg sogar drei Minuten gespielt hatte, sorgte für eine besondere Pikanterie. Möglich wurde der Doppeleinsatz nur dadurch, dass die Regionalliga-Partie gegen den VfB auf Wunsch der Polizei um einen Tag auf den Sonntagmittag verschoben worden war. „Das ist dann natürlich doppelt bitter“, meinte Kiene.

Die Wolfsburger sind nur ein Beispiel, auch die Zweitvertretungen aus Hamburg, Hannover, Bremen, Kiel und von St. Pauli verstärken sich in der Regionalliga Nord regelmäßig mit Profis. Unmittelbar davon betroffen ist derzeit auch der SSV Jeddeloh, der im Abstiegskampf zusehen muss, wie sich Hamburg II (21 Punkte), Pauli II (21) und Hannover II (20) zuletzt unter Mithilfe von Profis ein kleines Polster auf die Ammerländer (16) verschaffte haben. „Wir wissen, dass die Zweitvertretungen gerade im Abstiegskampf von oben nachrüsten können, weshalb wir andere Mannschaften hinter uns lassen müssen, um nicht abzusteigen“, geht SSV-Interimstrainer sowie Sportlicher Leiter Ansgar Schnabel davon aus, dass keine der „Zweiten“ in die Oberliga absteigen wird.

„Ist etwas Tolles“

„Wir wollten in die Regionalliga und zu dieser Liga gehören eben auch die Bundesliga-Reserven. Für mich ist das kein Problem“, meint Schnabel. Er könne zwar grundsätzlich nachvollziehen, dass Vereine, die in die 3. Liga aufsteigen wollen – also wie der VfB Lübeck –, „die Zweitvertretungen loswerden wollen“. Die Jeddeloher gleichwohl seien froh, in dieser Klasse zu spielen „auch froh, uns mit dem HSV, Werder oder Wolfsburg messen zu dürfen. Für unsere Jungs ist es etwas Tolles, gegen Fußballer wie Jann-Fiete Arp zu spielen, die ein paar Monate später zu Bayern München wechseln.“

Zudem gebe es noch eine weitere Ebene, die nicht unbedingt zum Nachteil für die Gegner der Reserven ist. „Ob Spieler von oben immer Verstärkungen sind, sei mal dahingestellt. Oftmals haben sie auch ein Motivationsproblem, wenn sie gegen den SSV Jeddeloh spielen müssen – und nicht in der Bundesliga“, glaubt Schnabel.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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