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NWZonline.de Sport Fußball

Aufstiegs-Albtraum in der Regionalliga findet bald ein Ende

14.09.2017

Oldenburg Frechheit, Farce, Albtraum – egal, wen man in Fußball-Deutschland nach der Aufstiegsregelung von der vierten in die dritte Liga fragt, die Antwort fällt stets ähnlich aus. Dass die Meister der fünf Regionalliga-Staffeln (Nord, Nordost, West, Südwest, Bayern) nicht direkt hochgehen, sondern nach der Saison in Playoffs gegeneinander antreten, sorgt überall für Frust.

Kommentar

Dass der DFB das Streitthema Drittliga-Aufstieg angeht, ist längst überfällig. Ein Meister, der nicht weiß, ob er aufsteigt – für alle Regionalligisten unzumutbar. Nicht nur, dass diese in zwei Partien um den Erfolg eines Jahres gebracht werden können. Der wirtschaftliche Unterschied zwischen den Ligen ist derart groß, dass die Clubs früh planen müssen.

Das Modell mit fünf Auf- und Absteigern ist dennoch schwer zu vermitteln. In der dritten Liga müssten dann 22 Teams spielen – das bedeutet 42 Saisonspiele, plus DFB- und Landespokal, also bis zu 50 Pflichtpartien in rund 36 Wochen. Eine Belastung, die diese Vereine kaum akzeptieren würden. Der nächste große Ärger wäre absehbar.

Mit Maß anpassen ist die beste Wahl. Das „rollierende System“ über fünf Jahre mit drei festen und einem weiteren Aufsteiger ist ein Kompromiss, der die Clubs aus beiden Klassen zufrieden stellen sollte. Sie dürfen diesen nun durch gegenseitige Bedenken nicht zerreden.

Den Autor erreichen Sie unter Kompromiss nicht zerreden

Nun aber ist Besserung in Sicht, der Aufstiegs-Albtraum soll schon in der Saison 2018/19 ein Ende finden. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) plant eine Reform, wie er am Mittwoch unerwartet mitteilte. Demnach könnte es künftig vier, vielleicht sogar fünf, statt bisher drei Aufsteiger geben. „Verlierer“ wären die Drittligisten, von denen mindestens einer mehr absteigen würde. „Ich denke es gäbe gute Argumente, es überzeugend zu vermitteln“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel: „Wir glauben auch, dass die Vertreter der 3. Liga wissen, dass wir etwas ändern müssen. Ich hoffe, dass sie sich solidarisch zeigen.“

Straffer Zeitplan

Konkret werden mehrere Reform-Modelle besprochen. „Im September wollen wir die Gespräche mit den Regionalligaclubs und der 3. Liga führen. Anfang Oktober möchten wir den Spielausschuss offiziell mit der Prüfung beauftragen“, sagte Grindel. Danach soll das Ergebnis im Kreis der Landes- und Regionalverbände abschließend besprochen werden: „Unser Ziel ist die Verabschiedung der neuen Struktur durch den DFB-Vorstand im Dezember.“

Grindel präferiert offenbar das Modell „vier von fünf“. Von den fünf Staffelsiegern würden vier Meister aufsteigen, vier Drittligaclubs stiegen ab. Es soll ein „rollierendes System“ geben, in dem für fünf Jahre beschlossen wird, welche drei Erstplatzierten direkt aufsteigen. Die beiden weiteren Regionalliga-Gewinner spielen dann einen vierten Aufstiegsplatz aus. In der Regionalliga Südwest verliert der Zweite in jedem Fall das Recht auf die Qualifikation.

Möglich, aber eher unwahrscheinlich, ist auch, dass alle fünf Meister direkt aufsteigen und es fünf Absteiger gebe. Dann würde die 3. Liga auf 22 Vereine erhöht werden.

„Überrascht“ zeigte sich am Mittwoch Stephan Ehlers auf NWZ-Nachfrage von der Entwicklung. „Ich habe nicht gedacht, dass diese Pläne nun so schnell kommen“, sagte der Trainer des Nord-Regionalligisten VfB Oldenburg. „Das ist natürlich eine Verbesserung, die ich absolut begrüße“, betonte Ehlers. Mit der aktuellen Situation könne kein Viertligist zufrieden sein. Er habe durch seine Kontakte zuletzt beim SV Meppen mitbekommen, wie schwer ein Drittliga-Aufstieg zu planen sei, wenn bis zum Schluss offen ist, ob es wirklich klappt.

„Die Planungssicherheit für die Aufstiegsanwärter ist bisher eine Katastrophe“, schlägt Key Riebau, Trainer des SSV Jeddeloh, in die gleiche Kerbe. Spieler, mit denen Vereine verhandeln, wollen frühzeitig wissen, in welcher Klasse sie künftig spielen werden. „Deswegen hatte bisher ein Drittligist in Verhandlungen immer einen zeitlichen Vorteil gegenüber Spitzenteams aus der Regionalliga“, erklärt Riebau. Wenn er die Wahl hätte, würde der Coach für das Modell mit fünf Aufsteigern plädieren, „weil es einfach am fairsten ist, wenn jeder Meister mit dem Aufsieg belohnt wird.“

Offene Diskussion

„Wir gehen ohne Festlegungen ergebnisoffen in die Diskussionen. Aber ich denke, dass das Modell vier aus fünf gute Chancen haben könnte, sich durchzusetzen“, sagte indes Grindel am Mittwoch: „Der Grundsatz, der Meister muss aufsteigen, wird zwar nicht in Gänze erreicht, aber in den meisten Fällen.“ Es werde mit allen Vereinen diskutiert, betonte der DFB-Präsident, erst dann werde sich zeigen, „welche Lösung die größte Zustimmung erfährt“.

Nicht zur Debatte stehen soll indes das System mit fünf Regionalligen, also etwa eine Rückkehr zu nur drei Staffeln wie 2008 bis 2012. „Die regionale Struktur macht ihre Attraktivität für Zuschauer, Sponsoren und das Fernsehen aus“, unterstrich Grindel.

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