OLDENBURG - Walter Wegner ist schwer enttäuscht. Der 61-jährige Fußballfan hat schließlich alle Höhen und Tiefen des Oberligisten VfB Oldenburg miterlebt und darf ausgerechnet an diesem Sonnabend beim Fußballspiel des Jahres nicht live vor Ort sein. Wenn sein Verein in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals (15.30 Uhr, Marschwegstadion) auf den Bundesliga-Dino Hamburger SV trifft, ist der langjährige VfB-Anhänger nicht im Stadion. Grund: er sitzt im Rollstuhl, für den gegen den HSV im Stadion kein Platz ist.

„Für mich ist das besonders schlimm. Ich bin ständig bei den Heimspielen des VfB und muss jetzt auf das Pokalspiel verzichten“, so Wegner. Den Ausschluss der Rollstuhlfahrer begründet der VfB mit den Auflagen, die der Deutsche Fußball-Bundes (DFB) für die Pokalpartien erlassen hat und an die sich der VfB zu halten hat. Dazu sagte Geschäftsstellenleiter Janis Deeken: „Das ist eine ganz verzwickte Situation.“

Im Marschwegstadion ist normalerweise der Bereich zwischen Tribüne und Spielfeld, sprich im Innenraum, reserviert. Dies untersagt der DFB nun jedoch, weil dieser Bereich unter anderem durch Fernsehteams belegt sein wird. Weil das Oldenburger Marschwegstadion gegenwärtig zudem umgebaut wird und nur für zwei Spiele freigegeben wurde, haben die VfB-Verantwortlichen keine Möglichkeit, einen anderen Platz zu organisieren.

Wegner hätte die Weitergabe dieser unbedingt notwendigen Informationen im Vorfeld begrüßt. Weil Rollstuhlfahrer normalerweise umsonst ins Marschwegstadion kommen, rechnete der 61-Jährige fest mit seiner Pokalteilnahme. Jetzt muss er auf den Hit verzichten.