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NWZonline.de Sport Fußball

Viele Traumlose – wenige lange Gesichter

15.06.2019

Oldenburg An diesem Samstag versammeln sich wieder Amateurmannschaften aus ganz Deutschland in ihren Vereinsheimen, in Wohnzimmern oder Kneipen. Ab 18 Uhr wird in der ARD-Sportschau die erste Runde des DFB-Pokals ausgelost und das bedeutet für die Teams aus den unteren Spielligen auch: Hoffen auf das Traumlos, Bangen vor dem unattraktiven Gegner. Raunen bei der Ziehung der eigenen Kugel, Jubel oder Stille, wenn der Name des Gegners in die Kamera gehalten wird.

Mit im Lostopf ist in diesem Jahr Atlas Delmenhorst. Die Mannschaft des Oberligisten, die sich über einen 3:2-Finalsieg gegen den TuS Bersenbrück über den Landespokal für den DFB-Pokal qualifiziert hat, trifft sich natürlich ebenfalls, fiebert einem großen Namen als Gegner entgegen. Die NWZ blickt zurück, welche Amateurteams aus dem Oldenburger Land seit der Jahrtausendwende im DFB-Pokal vertreten waren – und ob sie Glück oder Pech bei ihren Losen hatten.

9.9.2006: BV Cloppenburg - 1. FC Nürnberg 0:1

Mehr als achtbar verkauft sich der BV Cloppenburg bei seinem einzigen DFB-Pokalspiel der letzten 20 Jahre gegen den von Hans Meyer trainierten Erstligisten. Vor 7000 Zuschauern im Stadion an der Friesoyther Straße trifft lediglich Ivica Banovic (58.). „Cloppenburg war taktisch hervorragend eingestellt. Ich bin heilfroh, dass wir mit einem 1:0 nach Hause fahren“, lobt FCN-Kultrainer Meyer.

4.8.2007: Wilhelmshaven - Kaiserslautern 0:4

Mit dem 1. FC Kaiserslautern reist damals ein großer Name an den Jadebusen, der zu diesem Zeitpunkt allerdings nur in der zweiten Liga spielt. So rechnet sich der damalige Viertligist Chancen aus – und ist mit seiner Leistung nach dem 0:4 unzufrieden. „Eigentlich hatten wir uns mehr erhofft“, sagt Stürmer Steffen Bury. Bereits zur Pause ist die Partie beim 0:3 gelaufen, Spannung will vor 4000 Fans nicht aufkommen.

13.8.2010: Wilhelmshaven - Frankfurt 0:4

Dieses Mal kommen 6485 Zuschauer ins Jadestadion. In Eintracht Frankfurt gastiert der nächste Traditionsverein. Bei den Wilhelmshavenern steht der heutige VfL-Oldenburg-Trainer Dario Fossi in der Startelf, sein Gegenspieler ist unter anderen Torjäger Alexander Meier. Die Hessen führen schon zur Pause 2:0, siegen letztlich 4:0. „Wir hätten in der Anfangsphase ein Tor machen müssen. Vielleicht wäre dann mehr drin gewesen“, analysiert SVW-Trainer Wolfgang Steinbach.

30.7.2011: Vfb Oldenburg - Hamburger SV 1:2

Nur einmal nimmt der VfB seit der Jahrtausendwende am DFB-Pokal teil – zieht aber prompt ein Traumlos. 15552 Zuschauer strömen ins Marschwegstadion, um den Fünftligisten gegen den früheren Bundesliga-Dino zu sehen. In dieser Zeit gilt der HSV als Europapokalkandidat, kommt mit Namen wie Mladen Petric, Heung-Min Son, David Jarolim oder Eljero Elia nach Oldenburg. Der VfB, trainiert von Timo Ehle, verkauft sich teuer und gleicht den Rückstand durch Heiko Westermann durch Sebastian Ferrulli aus. Letztlich erzielt Petric das Siegtor für den HSV.

17.8. 2012: SV Wilhelmshaven - FC Augsburg 0:2

Nach zwei großen Namen war der FC Augsburg sicher kein Traumlos, auch wenn die Fuggerstädter bereits in der Bundesliga spielten. 4098 Fans kamen dann auch „nur“ ins Jadestadion und sahen wahrlich kein Spektakel. „In der ersten Hälfte hatten wir vor dem Gegner zu viel Respekt “, sagt Wilhelmshavens Trainer Christian Neidhart (heute SV Meppen).

3.8. 2013: SV Wilhelmshaven - Dortmund 0:3

Über richtiges Losglück durfte sich der damalige Viertligist SVW dagegen 2013 freuen. 8000 Zuschauer im restlos ausverkauften Jadestadion freuen sich auf das Dortmunder Starensemble mit Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang, Ilkay Gündogan, Marco Reus, Nuri Sahin, Sebastian Kehl und Mats Hummels in der Startelf sowie Jürgen Klopp auf der Trainerbank. Trotz einer 0:3-Niederlage wird Torwart Aaron Siegl zu Wilhelmshavens Pokalheld. Bis zur 71. Minute hält der damals 21-Jährige seinen Kasten sauber, dann treffen Kevin Großkreutz (71.), Marvin Ducksch (83.) und Lewandowski (90.) für den BVB. „Ich bin sehr froh, ein so gutes Spiel abgeliefert zu haben“, sagt Siegl bescheiden. „0:0 zur Pause – wir wollten schon in der Halbzeit feiern“, erzählt WHV-Trainer Farat Toku.

19.8. 2018: SSV Jeddeloh - Heidenheim 2:5

Während der HSV für den VfB und der BVB für den SVW jeweils ein Traumlos war, gibt es beim SSV Jeddeloh im vergangenen Jahr zumeist lange Gesichter. Erstmals zieht der Regionalligist vom Küstenkanal in den DFB-Pokal ein – und dann steht da ausgerechnet der 1. FC Heidenheim auf der Loskugel. „Nach Sandhausen war Heidenheim das zweitschlechteste Los, das möglich war“, sagt Teammanager Gerhard Meyer erfrischend ehrlich. Der Zweitligist von der Schwäbischen Alb lockt nicht mit großen Namen oder großer Tradition, gleichwohl kommen stattliche 4508 Zuschauer ins Oldenburger Marschwegstadion, um die SSV-Pokal-Premiere auf dem Ausweichplatz zu feiern. Heidenheim hat keine Gastgeschenke dabei, tritt hochprofessionell auf und gewinnt locker mit 5:2. Immerhin können sich Björn Lindemann und Thorsten Tönnies als erste DFB-Pokalschützen der Jedeloher Vereins-Geschichte feiern lassen. „Das ist ja nur der Anfang des SSV im DFB-Pokal. Wir haben jetzt reingeschnuppert“, sagt SSV-Hauptsponsor Rolf Bley.

Riebaus 2. Chance

Der letztjährige Jeddeloh-Trainer Key Riebau ist seit diesem Sommer neuer Atlas-Coach und erhält deswegen die zweite Chance auf das große Los. Einen eindeutigen Wunsch hat Delmenhorsts Vereinsvorsitzender Manfred Engelbart bereits direkt nach dem Pokaleinzug geäußert: „Werder! Und dann spielen wir im Weserstadion, denn dort sind wir beide Zuhause.“ Es darf gehofft und gezittert werden an diesem Samstag – und vielleicht auch gejubelt.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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