OLDENBURG - Hier der erwartete Satz zum ersten Tag der 12. Faustball-WM: „Erwartungsgemäß sind die Erwartungen übertroffen worden“, sagt Arnold von der Pütten, Vorsitzender des Organisationskomitees, und grinst. Im Detail: „Gut 3000 Zuschauer in der Vorrunde waren in den Ferien nicht zu erwarten. Und sportlich zeigen die Favoriten, dass es bis Sonntag ein heißer Titelkampf wird.“

Die Favoriten sind gradlinig durch die Vorrunde gepflügt. Nur die Schweiz rutschte im ersten Satz gegen Argentinien kurz aus der Furche, ehe sie doch noch mit 21:19 durchkam.

Die Deutschen hatten die sportlich leichteste, jedoch nicht die psychologisch einfachste Aufgabe. „Aber wir haben den optimalen Einstieg gefunden und alles sehr vernünftig rübergebracht“, nickte Hauptangreifer Niels Pannewig nach dem 20:7, 20:7 gegen Namibia zustimmend. Bundestrainer Olaf Neuenfeld sah seine erste Fünf sicher auf einem schmalen Grat schreiten: Sie spielte mit voller Konzentration und strahlte diese auch auf die Tribünen aus.

So konnten die Afrikaner mit den unafrikanischen Vornamen Uwe, Stephan, Michael, Tim, Jens, Olaf, Christian oder Nachnamen wie Knobloch, Haase oder Fülle nachweisen, dass die Ernst zu nehmende Faustball-Welt nicht ganz so klein ist. 100 000 Spieler zählt der Weltverband IFA, die leistungsstärksten in Europa und Südamerika.

Seine andere Fünf schickte Neuenfeld gegen Japan auf den Rasen. „Seine Spieler verstecken kann von den Großen sowieso keiner“, sagte Pannewig. „Da zaubert keiner noch ein unbekanntes Ass aus dem Hut.“ Beim 20:4, 20:5 blieb Japan nur die Rolle des Lehrlings.

Titelverteidiger Brasilien konnte es sich leisten, sich mit Fußball-Kreisspielchen zu den Duellen mit Chile und Italien aufzuwärmen. Wer sich tunneln ließ, erntete Spott wie ein Fußballprofi.

Ernst wird es ab diesem Mittwoch in der Zwischenrunde. Die Gruppensieger Brasilien, Deutschland, Österreich und Schweiz bilden zusammen mit den zum Tagesabschluss in der Qualifikation erfolgreichen Argentinien und Namibia die Finalgruppe E. Ihr Erster und Vierter sowie der Zweite und Dritte stehen am Sonnabend im Halbfinale.