OLDENBURG - Der Tabellenzweite hatte mehr vom Spiel. Der VfL verlegte sich auf Konter.
Von Henning Busch
OLDENBURG - Lange ließen die Niedersachsenliga-Fußballer vom VfL Oldenburg ihre Anhänger gestern buchstäblich im Regen stehen. Dass die Elf von Coach Frank Claaßen nach dem glücklichen 1:0- Sieg gegen den – immerhin – Tabellenzweiten BSV Rehden am Ende dennoch erleichtert die Arme in die Höhe recken konnte, lag an viel Dusel nach der Pause und an Thomas Wegmann. Der wieder erstarkte VfL-Schlussmann entschärfte die größte Chance der Gäste, als er gegen den völlig freistehenden Rehdener Spielmacher Egon Peters aus kurzer Distanz blitzschnell reagierte (61.).Nur direkt nach dem Anpfiff hatten die VfLer die von Claaßen ausgegebene Marschroute, die Gäste mit schnellem Spiel in Bedrängnis zu bringen, konsequent umgesetzt. So rutschte Sebastian Ferrulli (2.) nach einer scharfen Vorlage von Sebastian Schröer in den Ball, setzte ihn jedoch knapp daneben. Danach übernahm Rehden immer mehr die Regie. „Wir hatten bestimmt 70 Prozent Ballbesitz, haben nur vergessen, etwas Zwingendes daraus zu machen“, ärgerte sich BSV-Coach Paul Timphaus, dessen vor der Pause einfallslose Mannen sich nur noch einen indirekten Freistoß aus zwölf Metern (34.) erarbeiteten.
Das Tor des Tages erzielte Ferrulli (28.), der danach mit einer Hüftprellung ausgewechselt werden musste. Nachdem ein Freistoß von Torsten Willen von der Mauer abgeprallt war, bediente der umsichtige Tim Steidten den in den Strafraum startenden Willen, und der ansonsten blasse Regisseur legte direkt quer auf den VfL-Goalgetter.
Nach dem Wechsel schien sich beim VfL die Angst vor einem erneuten späten Ausgleichstreffer als zwölfter Mann mit auf den Platz gemogelt zu haben. Immer tiefer ließ man sich hinten rein drängen und setzte nur noch auf Konter. Diese hätten gleich zweimal zur Vorentscheidung führen müssen. Der für den erneut enttäuschenden Drilon Gashi eingewechselte Michael Vögel verpatzte einen Querpass auf den frei stehenden George Alhassan (65.), dann parierte der Gästekeeper in einer 3:1-Überzahlsituation einen Schuss von Vögel (67.). Danach agierten zeitweise 21 Mann in der VfL-Hälfte, ehe Alhassan aus dem Gewühl heraus mit einem Schuss scheiterte (88.). „Noch mehr Spiele dieser Sorte halte ich nicht aus“, gab Claaßen zu. „Dennoch ist eine Entwicklung zum Positiven zu sehen: Im Hinspiel hatten wir gegen Rehden nicht den Hauch einer Chance.“
