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Fußball Bielefeld stürzt in Dritte Liga

Hauke Richters
Hauke Richters Unseren Agenturen

OLDENBURG - Eine neue Blickrichtung auf die Dinge kann mitunter ja Vorteile bringen. Die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld werden in der kommenden Saison das allerdings zweifelhafte Vergnügen haben, den Erst- und Zweitligafußball aus einer lange nicht mehr gekannten Perspektive zu verfolgen – nämlich als gänzlich Unbeteiligte. Denn der Club, der jahrelang im Fahrstuhl zwischen der Ersten und Zweiten Bundesliga pendelte, wird wohl erstmals seit der Saison 1994/95 wieder drittklassig sein. Vier Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand des Zweitliga-Tabellenletzten auf den Relegationsrang bereits elf Punkte, an eine Rettung glaubt in Ostwestfalen niemand mehr.

Hilfe bei DFL beantragt

2009 war der Verein zum siebten Mal aus der Bundesliga abgestiegen. Anders als in den Vorjahren folgte dann aber keine Rückkehr ins Oberhaus; vielmehr erschüttert seitdem eine finanzielle Krise nach der anderen die Arminia. Großsponsoren stehen nicht bereit, auch die Stadt Bielefeld und die Banken haben keine Bereitschaft signalisiert, nochmals einzuspringen. So soll nun eine von der Arminia beantragte Finanzspritze von 1,2 Millionen Euro aus dem Sicherungsfonds des Ligaverbandes DFL den Traditionsclub vor der Insolvenz bewahren. Eine Inanspruchnahme dieser Mittel hätte allerdings auch einen Punktabzug zur Folge, so dass der Abstieg auch rechnerisch perfekt wäre. Anfang des Monats war bereits die Ausgliederung des Stadions beschlossen worden, um für eine finanzielle Entlastung zu sorgen. Auf einer außerordentlichen Versammlung stimmten 700 der 728 anwesenden Mitglieder der Gründung einer eigenständigen Stadiongesellschaft zu. Damit kann die Schuldenlast von mehr als 27 Millionen Euro nach Vereinsangaben um 20 Prozent gesenkt werden.

Die Arminia plant sportlich nun einen Neustart in der Dritten Liga. Eine Achse von erfahrenen Spielern soll junge Akteure aus dem eigenen Nachwuchs führen. 3,8 Millionen Euro soll der Etat für die Bereiche erste und zweite Mannschaft sowie A- und B-Jugend betragen. Der Kader für das Drittliga-Team soll 18 bis 19 Spieler und drei Torhüter umfassen.

Zeit mit Stars vorbei

Die Zeit mit großen Stars ist in jedem Fall erst einmal vorbei. In den vergangenen 15 Jahren standen immerhin so prominente Spieler wie Uli Stein, Thomas von Heesen, Stefan Kuntz, Ansgar Brinkmann, Bruno Labbadia, Michael Sternkopf, Jörg Böhme, Delron Buckley, Patrick Owomoyela und Arne Friedrich im Kader der Bielefelder.

Der derzeitige Trainer Ewald Lienen (57) – in den 80er-Jahren auch als Spieler für die Arminia in der Bundesliga aktiv – hatte bereits vor Wochen angekündigt, nicht mit in die Dritte Liga zu gehen. Dort soll nun Markus von Ahlen als neuer Trainer den Neuanfang gestalten. Für den 40-jährigen Ex-Profi (unter anderem Bayer Leverkusen und VfL Bochum) ist es das erste Trainer-Engagement bei einer Profimannschaft, er betreute bislang Jugendmannschaften von Bayer Leverkusen und des Hamburger SV.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)
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