OLDENBURG - Abgezockt, effektiv, abwehrstark: Die Oberliga-Fußballer des VfB Oldenburg haben am Sonntag auch ihr zweites Pflichtspiel nach der Winterpause gewonnen. Das Team von Trainer Andreas Boll distanzierte durch einen 3:1 (1:0)-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig II nicht nur aus eigener Kraft einen direkten Konkurrenten um die Regionalliga-Qualifikation, sondern profitierte auch von den Ergebnissen auf den anderen Plätzen.
Das war ein ganz wichtiger Sieg. Wir sind voll dabei, sagte der starke Linksverteidiger Julian Harings, der mit seinen Teamkollegen am SC Langenhagen (0:0 in Osterholz) vorbei auf Platz fünf kletterte. Auch Rehden (1:3 gegen Ottersberg), Holthausen/Biene (0:1 gegen Göttingen) sowie Heeslingen und Osnabrück II, die sich 0:0 trennten, ließen Punkte im Kampf um den Sprung in die Regionalliga.
Grundlage dafür, dass die Oldenburger nach dem 3:1 vor zwei Wochen gegen Langenhagen erneut dreifach punkteten, war eine starke Defensivvorstellung. Braunschweig lieferte dem VfB vor 1041 Zuschauern zwar ein Duell auf Augenhöhe, richtig gute Chancen blieben auf Seiten der Gäste aber Mangelware.
Die Abwehr war überragend. Was die Jungs da hinten alles abgeräumt haben, war beeindruckend, lobte VfB-Kapitän Julian Lüttmann, der seinerseits wieder einmal seine Torjäger-Qualitäten bewies. Bereits nach fünf Minuten stand der 29-Jährige goldrichtig. Als Eintracht-Keeper Benjamin Later einen Kopfball des starken Claude-Roland Videgla nur nach vorne abwehren konnte, hämmerte Lüttmann den Ball unter die Latte. Nur wenig später lag der Ball erneut im Tor, doch Referee Stefan Haupt (Wennigsen) entschied auf Stürmerfoul von Julian Bennert. Unverständlicherweise, meinte Boll.
In der 33. Minute hatte Braunschweig seine einzige zwingende Offensivszene. Keeper Mansur Faqiryar parierte erst einen Kopfball von Evangelos Papaefthimiou und lenkte den Nachschuss an den Pfosten. Im Nachsetzen stocherte Gianluca Kodes den Ball ins Tor, doch Haupt pfiff ein Foul an Faqiryar.
Bis zur nächsten Torszene mussten die Zuschauer lange warten. Nachdem sein Gegenspieler einen langen Ball unterschätzt hatte, traf Bennert nach einer Stunde zum 2:0 in den Winkel. Acht Minuten vor Schluss war das Spiel endgültig entschieden. Ein abgefälschter Schuss von Nick Köster landete bei Abdullah Basdas, der uneigennützig ablegte und so Lüttmann den zwölften Saisontreffer ermöglichte. Vor einem halben Jahr hätte er den noch selbst probiert das war genau richtig, lobte VfB-Torwart-Trainer Harald Witt, der bis zur Nachspielzeit darauf hoffen durfte, dass sein Schützling seinen Kasten diesmal sauber hält.
In der Nachspielzeit entschied Haupt jedoch nach einer Aktion von Lüttmann auf Strafstoß, und Papaefthimiou ließ Faqiryar keine Chance. Das passiert, wenn Stürmer im eigenen Strafraum auftauchen, sagte Boll, der den Torjäger in der Endphase in die Abwehr beordert hatte, weil Mustafa Azadzoy über Schwindelgefühle klagte.
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