OLDENBURG - Ferrulli hatte 479 Minuten nicht getroffen. Vor der Pause bereitete er das 2:0 vor.
Von henning Busch
OLDENBURG - Gleich zwei Gewinner hatte die gestrige Fußball-Niedersachsenliga-Partie VfL Oldenburg gegen SV Bavenstedt. Zum einen blieb der VfL Oldenburg durch den 3:1 (2:0)-Erfolg auch im dritten Spiel auf heimischem Kunstrasen ohne Punktverlust, zum anderen avancierte Sebastian Ferrulli mit einer Torvorlage (40.) und dem entscheidenden Treffer zum 3:1 (83.) zum Matchwinner. Damit beendete der VfL-Stürmer seine 479 Spielminuten andauernde Ladehemmung.Allerdings brachten die Oldenburger vor 350 Zuschauern die zuerst überraschend harmlosen Gäste – immerhin 19 Treffer in acht Spielen – nur vor der Pause mit frühem Pressing in Bedrängnis. Zum entscheidenden Schachzug von Claaßen sollte sich das Vorziehen von Henrik Bemboom aus der für ihn ungewohnten Position in der Viererkette ins offensive Mittelfeld (25.) erweisen.
Sein Freistoß aus halbrechter Position wurde von einem Bavenstedter noch abgefälscht, ehe er im Netz zappelte (37.). Drei Minuten später eilte Ferrulli auf der linken Außenbahn bis kurz vor die Seitenlinie davon und flankte den Ball scharf und flach in den Strafraum. Dort besorgte Sebastian Schröer das 2:0 mühelos im Grätschen. „Wir haben viel zu passiv angefangen“, gab Gäste-Trainer Gerhard Celnik zu. Jedoch fruchtete dessen Pausenansprache. „Da haben wir endlich mehr riskiert“, erläuterte Celnik, der am Ende mit fünf Stürmern agieren ließ und zunächst zwei gute Chancen (47., 51.) verbuchen konnte.
Dass es für Bavenstedt dennoch nur zum 1:2-Anschlusstreffer durch Tobias Fiedler (78.) reichte, lag vor allem daran, dass sich Frank Claaßen wieder auf seine Defensivspieler verlassen konnte. „Sie haben nicht viele gefährliche Aktionen bei diesem Geduldspiel nach der Pause zugelassen.“ Dennoch blieb auch dem Coach nicht verborgen, dass sich die VfLer trotz Führung einmal mehr viel zu weit zurückgezogen hatten und nur noch auf Konter lauerten. „Das ist unsere große Schwäche, daran müssen wir noch arbeiten“, befand auch Mittelfeldstratege Tim Steidten nach dem Abpfiff.
Doch überwog auch bei ihm die Freude über den dritten Heimsieg und den entscheidenden Treffer zum 3:1 durch Ferrulli, der einen Konter eiskalt mit einem überlegten Lupfer über SV-Keeper Oliver Zwillus vollendete. „Das hat er gebraucht, nachdem er im Training schon Extraschichten eingelegt, aber lange nicht getroffen hatte.“
