OLDENBURG - Nach 45 Minuten war am Sonntag Schluss. Beim 1:0-Sieg im Vorbereitungsspiel seiner Zweitligafußballer des FC St. Pauli beim Oberligisten VfB Oldenburg durfte Florian Bruns nach der ersten Halbzeit zum Duschen. Bis dahin war der Ex-Oldenburger bei seinen Kiez-Kickern der Mann für alle Standards gewesen. Heute durfte ich sie schießen, schmunzelte der 28-Jährige: Ob das in der Rückrunde auch so ist, werden wir sehen.
Die Freude über seine Rückkehr nach Oldenburg war Bruns, der den VfB 1999 verlassen hatte, deutlich anzumerken. Seit fast zehn Jahren habe ich hier jetzt nicht mehr gespielt, meinte er und blickte zufrieden durch das weite Stadion-Oval. Schon während der zweiten Halbzeit sah man den sympathischen Fußballer von einer Tribünen-Reihe zur nächsten laufen, um mit einigen Bekannten zu sprechen. Ich habe halt noch viele Freunde hier, erklärte Bruns: Auch meine Eltern waren heute im Stadion.
Über die Stationen TuS Bloherfelde, VfL Edewecht, FC Rastede und VfL Bad Zwischenahn war der 28-Jährige 1996 zum VfB Oldenburg gewechselt. In der A-Jugend spielte er dort unter Coach Frank Bender (Bruns: Ihm habe ich sehr viel zu verdanken), um später in der ersten Mannschaft bei den Trainern Klaus-Peter Nemet und Willi Belke Regionalliga-Luft zu schnuppern. Damals ging alles sehr schnell, berichtete der Oldenburger: Ich hatte gerade mein Abitur gemacht und wollte eigentlich Sport studieren. Doch es kam anders. Trainer Volker Finke holte Bruns zum SC Freiburg in die Bundesliga, wo dieser U-21-Nationalspieler wurde. 13 Mal durfte Bruns für Deutschland spielen. Über die Vereine Union Berlin (Das war eine sehr harte Zeit) und Alemannia Aachen, wo der Oldenburger sogar im Uefa-Pokal spielte, kam er 2006 schließlich zum FC St. Pauli.
Sein Herz für den VfB Oldenburg hat Bruns derweil nie verloren. Ich war in der Hinrunde beim tollen 3:2-Sieg gegen Kiel hier das hat Spaß gemacht, sagte der 28-Jährige und blickte bereits in die Zukunft: Ein reines Fußballstadion in Oldenburg wäre natürlich gigantisch. Und auch eine Rückkehr zum VfB in ein paar Jahren schließt Bruns nicht aus. Ich spiele mit diesem Gedanken, verriet er und merkte sogleich an: Mein Vertrag bei St. Pauli läuft im Sommer aus.
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