OLDENBURG - Die Gastgeber schoben sich auf den zweiten Platz vor. Rehden hielt lange dagegen.
Von Henning Busch
OLDENBURG - Nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel. So schnaufte Frank Claaßen unmittelbar nach dem Abpfiff tief durch, ballte die Faust – und dann ließ der Trainer des Fußball-Niedersachsenligisten VfL Oldenburg nur kurz nach dem 2:0 (2:0)-Arbeitssieg gegen BSV Rehden die offizielle Kampfansage an den Stadtrivalen VfB folgen. „Wir werden alles versuchen und volle Pulle nach vorne spielen“, kündigte Claaßen mit Blick auf das Derby am kommenden Sonntag (15 Uhr) im Stadion an der Alexanderstraße, zu dem 3000 Fußball-Fans erwartet werden, selbstbewusst an. „Die Zeit ist reif für einen Sieg des VfL gegen den VfB.“90 Minuten zuvor hatte seine Mannschaft gegen Rehden zumindest in der Anfangsphase ebensolches Selbstvertrauen an den Tag gelegt. Vor 620 Zuschauern sorgte nach einer Schrecksekunde – der Ball trudelte nach einem Absprachefehler zwischen Ansgar Schnabel und VfL-Keeper Dennis Pollmann nur knapp am Pfosten vorbei (5.) – vor allem Manuel Schicke mit energischen Vorstößen aus der Viererkette über links für viel Gefahr vor dem Gäste-Gehäuse. Er war es auch, der mit einer Hereingabe den am langen Pfosten heranstürmenden Sebastian Schröer bediente, der zum 1:0 (8.) vollendete. Kurz darauf hätte Henrik Bemboom allein vor Rehdens Keeper Jürgen Pundt schon auf 2:0 erhöhen müssen (10.). Doch er scheiterte mit einem Flachschuss.
Danach wackelte die nach Gegentoren beste Abwehr der Liga angesichts mehrerer Leichtsinnigkeiten und Zuordnungsfehler vor der Pause bedenklich. Die Gäste deuteten an, dass sie eigentlich nicht auf einen Abstiegsplatz gehören und erarbeiteten sich drei Großchancen in Folge (17., 20., 26.). Am nähesten kam Marc Pallentin dem Ausgleich, doch sein 25-Meter-Schuss krachte ans Lattenkreuz. Und wie aus dem Nichts war Tim Steidten nach einem Freistoß plötzlich mit dem Kopf zur Stelle und erzielte das 2:0 (29.). Ansgar Schnabel scheiterte noch per Kopf (41.).
„Das ist der Unterschied: Wir machen drei todsichere Chancen nicht, ein Spitzenteam wie der VfL nutzt seine wenigen Möglichkeiten konsequent“, sagte BSV-Coach Paul Timphaus frustriert. Nach dem Wechsel schaltete der VfL im Angriff deutlich zurück, traf Bemboom aus elf Metern die Unterlatte und erstickten Steidten und Stefan Noack im defensiven Mittelfeld jeglichen Angriffselan der Gäste bereits im Keim.
VfL Oldenburg: Pollmann – Bury, Attoh, Schnabel, Schicke - Steidten, Noack, Bemboom (88. Höfer), Schröer - Ferrulli (68. Bitter), Brüntjen (83. Wöhlecke).
