OLDENBURG - Prominenten Besuch hatten am Sonntag die Mitglieder des Fanclubs „Wilhelmshavener Jade Raute 07“. Die Bundesliga-Profis des Hamburger SV Markus Berg (Stürmer) und Per Skjelbred (Mittelfeld) waren angereist. Sie standen den 75 HSV-Anhängern Rede und Antwort, schrieben viele Autogramme und ließen geduldig Fotos von sich alleine und mit den Fans machen.

Organisiert hatte dieses Treffen Andre Dirks, der jüngst seinen Wohnort von Sachsen-Anhalt nach Wilhelmshaven verlegte. Seine Liebe zum Hamburger SV und sein ehrenamtliches Engagement für den Fußball-Bundesligisten nahm er dabei mit an die Küste, denn der 27-Jährige ist Fan-Botschafter.

Von seiner vierjährigen Erfahrung profitieren jetzt die 27 Fanclubs zwischen Emden und Cuxhaven, die erstmals auf einen Fan-Botschafter zurückgreifen können. „Entsprechend groß ist die Freude über eine Zusammenarbeit“, sagt Dirks.

Von über 71 000 Vereinsmitgliedern des HSV zählen 54 000 zum sogenannten Supporters Club – einer Gemeinschaft, deren Grundziel es ist, in der Vereinspolitik mitbestimmend zu sein und Einfluss auf das Vereinsleben zu nehmen. Im Vordergrund stehen dabei aber vorwiegend die Interessen der Fußball-Abteilung des Clubs.

Für die Koordination der lokalen Fan-Verbände kommen Botschafter wie Andre Dirks zum Einsatz: Sie sollen Treffen und Turniere sowie Fahrten zu Auswärtsspielen ansetzen und planen.

Es sei Wunsch der Fans gewesen, einmal ein Treffen mit zwei HSV-Profis in der Region Nordwest abzuhalten. Als sie mit dieser Bitte an ihn herangetreten seien, habe er „gleich den Verein kontaktiert“, berichtet Dirks. Mit Erfolg: Der HSV hatte ein offenes Ohr und stimmte umgehend einem Treffen zwischen Spielern und Mitgliedern der Fanclubs zu.

Aber auch derzeit drängende Aspekte gehören zum Aufgabenfeld der Botschafter. Es liegt in ihrer Verantwortung, die Bildung von gewaltbereiten Vereinigungen zu melden. Um eine gute Kooperation zu wahren, sei eine „beidseitige Ehrlichkeit sehr wichtig“, erklärt Dirks.