OLDENBURG - Der VfL bezahlte den Sieg teuer. Christian Brüntjen und „Fips“ Claaßen verletzten sich.
Von Henning Busch
OLDENBURG - Fußballer, Tore, Emotionen: Als der spielfreudigste VfLer, Deniz Pezük, seinem Treffer zum 6:0 (65.) einen Handstand-Überschlag mit anschließendem Klose-Salto folgen ließ, dürften selbst die Artisten aus dem unweit der VfL-Tribüne aufgebauten Zirkuszelt anerkennend genickt haben. In jedem Fall hochzufrieden waren gestern die 360 Zuschauer an der Alexanderstraße nach dem 7:0 (3:0)-Erfolg der Niedersachsenliga-Fußballer des VfL Oldenburg gegen das hoffnungslos unterlegene Schlusslicht Fortuna Hannover.Die Elf von Coach Frank Claaßen rückte bis auf einen Punkt an Tabellenführer VfB Oldenburg heran, der sich zeitgleich im Spitzenspiel 2:2 von Havelse trennte. Zudem weisen die VfLer nun die beste Tordifferenz der gesamten Liga auf.
„Wir wollten unseren Zuschauern ein tolles Fußballspiel zeigen“, erläuterte Frank Claaßen, warum die Grün-Weißen trotz hochsommerlicher Temperaturen, einer schon nach 47 Minuten beruhigenden 4:0-Führung sowie des bereits an diesem Dienstag anstehenden Nachholspiels in Ricklingen weiter höchst ansehnlichen Einbahnstraßenfußball ablieferte.
„Wenn wir ehrlich sind, hätten wir hier auch 0:20 verlieren können“, wollte der neue Fortuna-Coach Volker Herfort nach dem Spiel nichts beschönigen, seiner jungen Notelf (vier gesperrte und vier verletzte Stammkräfte) aber keinen Vorwurf machen. Den VfL-Torreigen hatte nach einer Vielzahl von Hochkarätern Christian Brüntjen mit seinen Saisontreffern zehn (30.) und elf (33.) eröffnet. Danach revanchierte sich Brüntjen für die Torvorlage zum 2:0 von Sturmpartner Sebastian Ferrulli und legte für diesen das 3:0 (37.) auf.
Auch nach dem Wechsel wurde die nach Gegentoren schwächste Abwehr der Liga mit feinem Kombinationsspiel und zielgenauen Pässen in die Spitze – besonders auffällig war dabei der quirlige, 20-jährige Pezük – immer wieder ausgehebelt. So erhöhte Ferrulli per Abstauber (47.) und Flachschuss auf 5:0 (55.). Den Schlusspunkt nach Pezüks zirkusreifem Torjubel (65.) setzte Henrik Bemboom, indem er dem noch besten Hannoveraner, Keeper Patrick Wegener, zum 7:0 tunnelte.
In Hannovers Stadtteil Ricklingen ist der VfL nun am morgigen Maifeiertag (15 Uhr, Beekestadion) erneut gegen ein akut abstiegsgefährdetes Team gefordert. „Sie haben sich noch nicht aufgegeben“, erwartet Claaßen dort jedoch viel mehr Gegenwehr. Die kleinen Sorgenfalten auf seiner Stirn waren bei dieser Aussage aber wohl eher dem Umstand geschuldet, dass der VfL den 7:0-Kantersieg mit den Verletzungen von Brüntjen (Verdacht auf Bänderriss im Fuß) und Christian „Fips“ Claaßen (Leistenzerrung) teuer erkauft hat.
