OLDENBURG - Die niedersächsischen Oberligisten fordern vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen Stopp der ständigen Liga-Reformen. Durch die vielen Änderungen würden den Vereinen Orientierungsgrößen bei der Etatplanung fehlen, forderte Wolfgang Lange, Sprecher der Oberliga-Vereine, mehr Nachhaltigkeit.
„Dann können die Vereine einschätzen: Kann ich mir die Spielklasse leisten oder kann ich sie mir nicht leisten. Leider sind es noch zu viele Vereine, die eher nach den Sternen greifen, als sich auf ihren Bereich zu besinnen“, sagte der Ligaobmann des SC Langenhagen während einer Diskussionsrunde im NDR-Radio.
Ausgangspunkt waren die Insolvenzen von Kickers Emden und Eintracht Nordhorn. Zuletzt hatte zudem die Einführung der 3. Liga sowie die mehrfache Umstrukturierung der Regionalligen auch für Verschiebungen in den unteren Klassen gesorgt.
Karl Rothmund, Präsident des Niedersächsischen Fußball-Bundes (NFV), bat die Vereine, besonnen zu handeln. „Man muss auch den Mut haben zu sagen: Bin ich sportlich in einer Liga, die ich finanziell nicht bewältigen kann, muss sich eine Liga tiefer spielen.“ Er riet den Clubs, durch intensive Jugendarbeit den Grundstock für einen späteren Erfolg im Männerbereich zu legen.
Als „Farce“ bezeichnete Lange die Regelung, dass Emden und Nordhorn ihre angesetzten Partien ohne Wertung durchspielen müssen, um in der nächsten Saison zumindest in der Landesliga antreten zu können. Wohin das führe, hätte das 15:1 des SV Holthausen-Biene gegen Nordhorn gezeigt. „Das hat mit Oberliga-Spielbetrieb nichts zu tun“, schimpfte er.
„In diesem Fall müssen wir uns an das DFB-Recht halten“, verteidigte Rothmund den Entschluss. Dennoch gab er zu, dass es Reformbedarf gebe. „Aber wir werden die Erfahrungen, die wir jetzt gesammelt haben, auswerten und wir werden beim DFB initiativ werden“, versprach Rothmund: „Wünschenswert wäre, dass ein insolventer Verein sofort aus dem Spielbetrieb genommen wird.“
Die Kritik an der Lizenzierungskommission wies Rothmund zurück. Die Vereine hätten die Lizenz erhalten, weil sie die Auflagen vor der Saison erfüllt hätten. Damit hätte das Präsidium keinen Spielraum gehabt, die Lizenz nicht zu erteilen. Der NFV-Chef nahm Kickers Emden zudem in Schutz: „Der Verein hätte wie geplant durchgespielt, wenn es nicht zur Pfändung gekommen wäre.“
