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NWZonline.de Sport Fußball

Fußball Regionalliga: VfB Oldenburg spart sich Sportdirektor Ralf Voigt

13.10.2017

Oldenburg Vor knapp zwei Monaten musste er seinen Freund Dietmar Hirsch als Cheftrainer freistellen, jetzt hat es ihn selbst erwischt: Ralf Voigt ist nicht mehr länger Sportdirektor von Fußball-Regionalligist VfB Oldenburg. Am Mittwochabend wurde dem 51-Jährigen die Entscheidung bei einer Vorstandssitzung eröffnet, am Donnerstagnachmittag bestätigte eine offizielle Mitteilung des Tabellendrittletzten entsprechende Informationen der NWZ, drei Stunden später verabschiedete sich Voigt beim Training von der Mannschaft.

VfB im freien Fall, Kommentar von Jan zur Brügge

„Natürlich bin ich sehr enttäuscht – eigentlich ist es nicht mein Ding, ein sinkendes Schiff zu verlassen – ich bin ein Kämpfertyp“, sagte Voigt. Er war Mitte 2015 zunächst als beratend agierender sportlicher Leiter zum VfB gekommen, um auch mit dem damals neu installierten Geschäftsführer Philipp Herrnberger die Träume vom Drittliga-Aufstieg voranzutreiben.

Seit dem 1. Juli 2016 war Voigt als hauptamtlich tätiger Sportdirektor aktiv. Zum 30. November endet die Zusammenarbeit. Bis dahin ist Voigt von den Aufgaben freigestellt. „Die Entwicklung im sportlichen Bereich ist nicht diejenige, die wir uns erhofft haben“, erklärte Vorstandsmitglied Uwe Kühne die Entscheidung, die aber auch einen finanziellen Hintergrund hat: „Um den wirtschaftlichen Anforderungen eines Regionalligisten künftig wieder besser entsprechen zu können, wird die Stelle nicht neu besetzt.“

Natürlich unterliege der VfB „wirtschaftlichen Zwängen – wenig Erfolg heißt weniger Zuschauer heißt weniger Einnahmen“, erklärte Vorstandskollege Christian Rowold. Mit Chefcoach Stephan Ehlers und den Co-Trainern Christian Thölking und Ronny Klause werde „an einer gemeinsamen VfB-Idee“ gearbeitet, die für den Club „leistbar und identitätsstiftend“ ist, heißt es in der Vereinsmitteilung. Das Trainerteam um Ehlers, der im August die Nachfolge von Hirsch angetreten hatte, werde künftig federführend bei Kaderplanung und Aufstellung sein.

„Neben einer kurzfristigen Lösung der personellen Lücke im Sturm ist uns vor allem eine langfristige Kaderplanung wichtig“, sagte Kühne. „Die Leistungsträger, die wir halten wollten, waren nicht zu halten, weil sie höherklassiger spielen wollten“, erklärte Voigt. Unter seiner Regie waren erst Zwei- statt zuvor meist Ein-Jahres-Verträge gängige Praxis geworden.

„Oldenburg ist meine Heimat – da tut es mir ganz besonders weh, meine Arbeit jetzt nicht fortführen zu dürfen. Wenn das nur sportlich zu erklären wäre, könnte ich das ja verstehen“, sagte Voigt, ehe er sich am Donnerstag vom Team verabschiedete. „Natürlich war ich erst geschockt, aber so ist das nun einmal im Fußballgeschäft“, meinte Kapitän Thorsten Tönnies.

„Menschlich ist das traurig“, betonte Ehlers, der das Team auf das Kellerduell am Sonntag (15 Uhr, Marschwegstadion) gegen Schlusslicht Eutin vorbereitet: „Ist Sand im Getriebe, wird an der Stellschraube gedreht – persönliche Befindlichkeiten dürfen dabei keine Rolle spielen.“

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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