OLDENBURG - Die VfB-Anhänger standen goldrichtig. Gleich drei Treffer ihrer Mannschaft fielen in der zweiten Halbzeit vor dem voll besetzten blau-weißen Fanblock im Stadion an der Alexanderstraße. Die Nummer eins der Stadt sind wir, feierten die Gäste gegen 16 Uhr lautstark ihren VfB, der kurz zuvor das Oldenburger Derby in der Fußball-Oberliga Niedersachsen West nach zähem Beginn mit 4:1 (1:0) beim Stadtrivalen VfL gewonnen hatte.
Wie erwartet waren die Kräfteverhältnisse am Sonntag aber nicht nur mit Blick auf das Ergebnis, sondern auch auf den Rängen eindeutig. Unter den 1756 Zuschauern befanden sich die Gäste-Fans klar in der Überzahl, kamen jedoch erst nach der Pause richtig auf Touren. Vor allem dank Mariusz Zmijak. Denn mit seinen beiden Toren zum 2:0 und 3:1 hatte der Mittelfeldspieler des VfB großen Anteil am Erfolg, blieb aber bescheiden. Ich muss die Mannschaft loben, sie hat in der zweiten Halbzeit sehr gut gespielt. Und der eigene Doppelpack? Darüber freue ich mich natürlich, aber wichtiger sind die drei Punkte.
Wenigstens einen Zähler hätte auch Rene Weber gerne geholt, doch der VfL-Stürmer vergab kurz nach dem 1:2 freistehend die Riesenchance zum Ausgleich. Ich war einfach zu überrascht, wollte draufhauen und treffe dann den Ball nicht, kommentierte er die Szene aus der 53. Minute und suchte Trost bei einem Nationalspieler: Das passiert sogar einem Mario Gomez.
Doch Weber sah auch das Positive: Gegen einen spielerisch überlegenen VfB habe seine Elf in Unterzahl gut gekämpft und einen ordentlichen Eindruck hinterlassen.
Der Meinung war auch Wolfgang Lefers. Der Innenverteidiger hielt trotz Oberschenkelproblemen durch und machte es mit seinem Anschlusstreffer zum 1:2 (49.) noch einmal kurz spannend. Das Tor und die prächtige Stimmung bei diesem Stadtduell sind meine bisherigen Highlights, sagte der VfLer und lobte seine Mannschaft: Wir haben uns gut verkauft.
Freude an seinem ersten Oldenburger Derby hatte auch VfB-Zugang Christian Lenze. Es hat Spaß gemacht, hier zu spielen. Auf dem Kunstrasen war es für uns aber nicht einfach, berichtete der Mittelfeldspieler. Mit brisanten Partien kennt sich der Ex-Profi bestens aus. Ich habe mal mit Eintracht Frankfurt gegen Kickers Offenbach gespielt, das war auch etwas ganz Besonderes, blickte er ein paar Jahre zurück und ein paar Spielklassen höher. Damals ging es in der Zweiten Bundesliga ebenfalls um die Nummer eins in Hessen.
