OLDENBURG - 18 Fußball-Mannschaften, sieben Favoriten aber nur ein halber Aufstiegsplatz: Die neue Oberliga Niedersachsen West startet diesen Freitag in die wohl spannendste Saison, die es auf Verbandsebene je gegeben hat. Nach der Abschaffung der Oberliga Nord rutschten viele Traditionsvereine nach verpasster Regionalliga-Qualifikation in die Fünfte Liga.

„Die Liga ist stark geworden. Man kann sich auf packende Derbys freuen“, kündigt Hubert Hüring an. Für den Trainer des SV Meppen ist der VfB Oldenburg der große Favorit: „Der Verein hat sich hochkarätig verstärkt.“

Die Konkurrenz ist jedoch groß, das Niveau deutlich gestiegen. Neben den Ex-Zweitligisten Meppen und VfB hegt vor allem der SC Langenhagen Ambitionen. Personell aufgerüstet haben auch BSV Rehden und Eintracht Nordhorn. Zudem will der TSV Havelse endlich den Titel. Im oberen Drittel wird auch Meister VfL Oldenburg erwartet.

Für den Staffelsieger geht es allerdings nicht auf dem direkten Weg in die Regionalliga. Nur der Niedersachsenmeister steigt auf. Diesen ermitteln die Tabellenersten der Oberliga Niedersachsen West und Ost (Bezirke Braunschweig und Lüneburg) nach dem Saisonschluss in Hin- und Rückspiel.

Gedränge wird es auch im Abstiegskampf geben, denn gleich fünf Teams müssen runter. Der Grund: Nach der Spielklassenreform spielt die 18er-Liga mit zwei Teams im Überhang. „Wir müssen wieder die Sollstärke von 16 Mannschaften erreichen, damit wir gegebenenfalls Absteiger aus den Regionalligen bei uns aufnehmen können“, erläutert Staffelleiter Klaus Bittigau (Rhauderfehn). Drei Bezirksoberligisten steigen auf.

Die nächste Reform steht derweil an. Im November soll beim niedersächsischen Verbandstag in Barsinghausen die eingleisige Oberliga beschlossen werden. Qualifikations-Saison wäre dann die Spielzeit 2009/10. Das lehnen einige Vereine jedoch ab.

So zum Beispiel der SV Meppen. „Es wird Zeit, dass sich die Traditionsvereine wehren“, beklagt Hüring das Herausdrängen dieser Clubs in die unteren Klassen: „Diese Saison geht das noch gut. Nächste Spielzeit sterben die Traditionsclubs wie die Fliegen.“ Der Fußball lebe davon, dass Vereine wie Meppen oder Oldenburg jahrelang als Außenseiter in höheren Ligen gespielt haben, sagt Hüring.