OLDENBURG - Wo er stand, war Klaus Fischer, die Stürmerlegende von Schalke 04, umlagert von Autogrammjägern und Fans. Also schrieb der 61-Jährige ins Programmheft, auf Bälle, Eintrittskarten oder – die edle Version – in 25 Jahre alte Fußballbücher. Fischer im Trikot der deutschen Nationalmannschaft (45 Länderspiele) oder mit dem gewonnenen DFB-Pokal.
Eigentlich wollte Fischer auch noch etwas Fußball spielen. Nicht viel, schließlich war er in den vergangenen Tagen krank gewesen. Doch dazu kam es fast nicht. Beim 3:2 gegen Bayer Leverkusen ließ er den Mitspielern der Schalker Traditionsmannschaft den Vortritt, beim 1:5 gegen Galatasaray Istanbul wirkte er keine zwei Minuten mit. Danach war Schalke draußen, immerhin konnte sich der „Radfahrer“ – diesen Spitznamen erhielt er einst wegen seiner berühmten Fallrückziehertore – schonen. „Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr war schon etwas hart“, erzählt Fischer. Am 27. Dezember hatte er zudem Geburtstag.
Fischer ist immer noch im Fußball und vor allem für Schalke unterwegs, lebt seit 41 Jahren in Gelsenkirchen, ist offizieller Repräsentant des Clubs. „Schalke hat mich mein Leben lang begleitet“, sagt er, der älteste Spieler beim Oldenburger Turnier. Seinen Club sieht er im Aufwind: „Es hat etwas gedauert. Die Mannschaft hat Klasse, war aber nicht eingespielt. Ich weiß auch selber, wie schwer es ist, wenn man da unten feststeckt.“ Die Zukunft sieht er wie sein Chef Felix Magath: „Er hat gesagt, in vier Jahren spielen wir um die Meisterschaft. Wenn ich an die vielen guten, jungen Spieler denke, meine ich, er hat recht.“
In Oldenburg stellte Schalke ein recht altes Team. Matthias Herget etwa ist auch schon 55. Fischer und Herget erleben heute eine komplett veränderte Profiszene – „sowohl auf dem Platz als auch im Drumherum“, sagt Herget. „Es wird jedes Spiel zum Ereignis gemacht, die Leute wollen sich selbst feiern, da müssen sich alle anpassen“, so der 55-Jährige. Doch „der Platz ist immer noch genauso lang wie früher“, sagt Fischer.
