Oldenburg - Als die Fußballer des VfB Oldenburg am Dienstag in der Endphase des Regionalliga-Duells mit Weiche Flensburg drauf und dran waren, dem Meisterfavoriten nach dem 2:2 von Gazi Siala sogar noch alle drei Punkte abzuknöpfen, sprang und lief Christian Thölking an der Seitenlinie in höchster Erregung auf und ab. Während Chefcoach Stephan Ehlers den ruhigeren Part spielte, wirkte der Co-Trainer wie ein emotionaler Leader am Spielfeldrand. Und Emotionen, das haben die Spieler jetzt anscheinend begriffen, spielen im Kampf um den Klassenerhalt eine immense Rolle.

„Wir haben uns als Team zusammengerauft und nach Lösungen gesucht, wie wir in emotionaler Hinsicht besser ins Spiel kommen können“, erklärt Ehlers, der das Team am Sonntag nach zuvor zwei Niederlagen in Serie zu einer zweistündigen Sitzung zitiert hatte.

Der intensive Austausch trug offensichtlich Früchte. Im Duell mit dem Meisterschaftsanwärter ackerten und rackerten die Oldenburger von Beginn an, verdienten sich mit einem leidenschaftlichen Auftritt sogar eigentlich mehr als einen Punkt und wollen nun an diesem Donnerstag (18.30 Uhr, Marschwegstadion) gegen Germania Egestorf-Langreder unbedingt nachlegen.

„Nur so geht das im Abstiegskampf. Jeder hat für jeden gekämpft – wir haben endlich richtigen Teamgeist gezeigt“, sagte Siala, für den das 2:2 gegen Flensburg der erste Treffer im VfB-Trikot war, und ergänzte: „Wenn wir daran anknüpfen, dann werden wir in den restlichen vier Spielen noch viele Punkte holen.“

Im Fernduell mit den nach einem 2:2 im direkten Duell am Dienstag mit nun jeweils 34 Punkten immer noch beide vor den Oldenburgern (33) stehenden Teams aus Lüneburg und Rehden wollen Siala & Co. schnell die Kurve kriegen, um nicht möglicherweise als Viertletzter nach dem Saisonfinale am 13. Mai auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Zudem ist auch Hildesheim (27) noch nicht ganz abgeschlagen.

„Ich denke, es war sehr wichtig, dass wir uns nach der Niederlage bei St. Paulis U 23 fast zwei Stunden zusammengesetzt haben und uns unsere Situation vor Augen geführt haben“, sagt Frederik Lach, der das 1:3 bei den Kiezkickern durch einen Ausrutscher eingeleitet hatte und am Dienstag natürlich auch froh war, dass sein Eigentor zum 1:1 gegen Flensburg am Ende ausgebügelt wurde. Er selbst gab in der 77. Minute die Flanke, die Siala per Kopf zum 2:2 veredelte.

„Die ,Krisensitzung’ war wichtig und wird auch für die kommende Spiele ihre Wirkung nicht verfehlen“, versprach Lach: „Gegen St. Pauli haben wir einfach die Zügel schleifen lassen. So kann man nicht im Abstiegskampf auftreten. Der Punkt gegen Flensburg wird uns sicher beflügeln. Es geht nicht mehr darum schön, sondern effektiv zu spielen.“