OLDENBURG - Ein denkwürdiges Endergebnis, stehende Ovationen für die Platzherren und ein „zwölfter Mann“ am Spielfeldrand, der an der Anzeigentafel zur Höchstform auflief: Vom Unterhaltungswert her dürfte der auch in der Höhe absolut verdiente 11:1 (5:1)-Erfolg der Oberliga-Fußballer des VfB Oldenburg gegen den hoffnungslos unterlegenen Heesseler SV am Sonntag im Marschwegstadion so schnell nicht mehr zu überbieten sein.
Aber der Reihe nach, denn ausgerechnet das Schlusslicht sorgte für den ersten Paukenschlag. Patrick Heldt nutzte eine Unachtsamkeit der zu weit aufgerückten VfB-Defensive zu einem gefühlvollen Lupfer über Torwart Christian Meyer – 0:1 (9.). Doch die Gastgeber münzten den Ärger über diesen Schönheitsfehler schnell in positive Energie um und glichen durch Matthias Deumelandt kurz darauf aus (14.). Spätestens als Sebastian Ghasemi-Nobakht nach feiner Vorarbeit von Jonas Wangler in das seltene Glücksgefühl über einen Kopfballtreffer gekommen war (31.), agierten die Gäste nur noch wie das Kaninchen vor der Schlange.
Die Partie mutierte für den VfB immer mehr zu einem lockeren Trainingsspielchen. Das Zweikampf- und Deckungsverhalten der Heesseler wurde immer desolater, und die Platzherren ließen in ihrem Tordrang einfach nicht locker. So kam es, dass sich insbesondere die VfB-Stürmer eine große Portion Selbstvertrauen für die kommenden, schwereren Aufgaben holen konnten. Marcel Salomo (33., 36., 59.) trug wie Ghasemi-Nobakht (41., 67.) gleich drei Tore zum Kantersieg bei, während Deumelandt (52.). Robert Littmann (75.), Artur Frank (76.) und Alexander Burgardt (85.) das Schützenfest perfekt machten.
So kam es, dass selbst Jens Segebade an der per Hand zu bedienenden Anzeigentafel mehr Einsatzwillen und Ideenreichtum bewies als die Heesseler Spieler auf dem Platz. Grund: Weil die Tafel nicht für zweistellige Ergebnisse präpariert war, hielt der VfB-Helfer ab dem 10:1 durch Frank (76.) die „1“ per Stock neben die aufgehängte „0“. Als Burgardt gar auf 11:1 erhöhte, entschied sich Segebade in Ermangelung einer dritten „1“ kurzerhand dafür, die Toranzeige auf Heesseler Seite zu entfernen, um eine „11“ unter dem VfB-Logo zu kreiiren. Der tosende Beifall von den 1327 Zuschauern war ihm dafür gewiss – noch mehr hatten ihn natürlich die Spieler des VfB verdient.
VfB: Meyer - L. Baal, Thölking, Littmann, Burgardt - Mayer, Eckel (46. Grotlüschen), Wangler (60. Frank), Deumelandt - Ghasemi-Nobakht (70. Dusbaba), Salomo.
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