OLDENBURG - Das Spiel war von vielen Nickeligkeiten geprägt. Marcel Salomo traf doppelt.
Von Henning BuscH
und Heinz Arndt
OLDENBURG - Ein hartes Stück Arbeit hatten die Niedersachsenliga-Fußballer des VfB Oldenburg gestern gegen den zuvor sechsmal in Folge siegreichen Spitzenreiter TSV Havelse zu verrichten. Verdienter Lohn der Mühen war vor 1450 Zuschauern der umjubelte 3:0 (1:0)-Sieg der Elf von Coach Joe Zinnbauer sowie die Rückkehr ins Titelrennen.Selbst Havelses „Edelfan“ Per Mertesacker von Bundesliga-Spitzenreiter Werder Bremen – er spielte einst unter TSV-Coach Jürgen Stoffregen in der A-Jugend von Hannover 96 – brachte den Gästen auf der Tribüne des Marschweg-Stadions kein Glück. Beim Flachschuss zum 0:3 von Marcel Salomo (88.) war der Nationalspieler schon wieder auf dem Heimweg.
Zuvor hatte auch der Abwehrrecke ein zerfahrenes, von vielen Nickeligkeiten geprägtes Spiel auf noch dazu tiefem Rasen gesehen, in dem die junge Gästemannschaft zwar spielerisch mit feinerer Klinge als der VfB agierte, sich von den Blauen aber durch deren kämpferischen Einsatz den Schneid abkaufen ließ. Gleich neunmal zeigte der schwache Referee Daubner (Uelzen) Gelb. Oldenburgs Fleißigster, Paolo Rizzo, sah Gelb-Rot (83.).
Vor der Pause hatte der vor allem bei Standards gefährliche VfB (10., 16.) nach gutem Beginn das Heft des Handels aus der Hand gegeben. „Danach haben wir nur schwer wieder reingefunden“, erlebte auch Zinnbauer eine hektische Phase, in der die Oldenburger Glück hatten, dass der Elfmeterpfiff nach einem Foul an Daniel Njitraj ausblieb (35.). Fast aus dem Nichts tauchte Mehmet Koc plötzlich vor dem TSV-Tor auf und zog aus 14 Metern ab. Vom Knie des TSV-Keepers flog der Ball in hohem Bogen ins Tor (41.). Die Havelser antworteten mit zwei Großchancen, doch Mateusz Duraj traf nur das Außennetz (45.+1).
Nach Wiederbeginn schickte Marcel Salomo Sturmpartner Koc steil, der den Ball aus zehn Metern überhastet vorbei drosch (47.). Kurz darauf war VfB-Keeper Marco Elia auf dem Posten, als er einen Schuss von Daniel Majstorovic gekonnt zur Ecke klärte (54.). Danach brauchte Salomo nach einer kuriosen Hereingabe von der Grundlinie durch Rizzo nur noch den Fuß hinzuhalten, um das 2:0 zu erzielen. Die Gäste wehrten sich weiter, Zählbares sprang aber trotz zweier guter Chancen (66., 68.) nicht heraus. Stoffregen: „Der Niederlage war verdient, meine Elf hat diesmal zwar sehr viel Aufwand betrieben, aber am Ende nur Lehrgeld gezahlt.“
Für ein unschönes Nachspiel sorgten nach Abpfiff einige Akteure und Ersatzspieler des TSV, die sich mit VfB-Spielern eine Rangelei lieferten. Die Rudelbildung blieb jedoch ohne Konsequenzen. „Alle Spieler haben die richtige Antwort gegeben“, freute sich derweil VfB-Vorstand Jörg Rosenbohm über den wichtigen Heimsieg. Zinnbauer: „Aufgrund der zweiten Hälfte war er auch verdient.“
