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Fußball Werder von Gerichtsprozess enttäuscht

Henning Menke

OLDENBURG - Die Urteile sind gefällt, doch die Umstände der Verhandlung sorgen in Bremen weiter für Empörung. Im Prozess gegen sieben Männer, die gestanden haben, eine Fanparty überfallen und auf Werder-Anhänger eingeprügelt zu haben, verhängte das Amtsgericht Bremen am Donnerstag Geldstrafen in Höhe von 300 bis 900 Euro, zwei davon zur Bewährung.

Was war passiert? Im Januar 2007 feierte die politisch linksgerichtete Ultra-Gruppierung „Racaille Verte“ im Ostkurvensaal des Bremer Weserstadions ihr einjähriges Bestehen. Einem Bremer Hooligan soll der Einlass zu dieser Party verwehrt worden sein. Daraufhin seien immer mehr Vertreter der rechtsextremen Szene erschienen. Diese sollen dann Gäste der Feier angegriffen haben. 40 Personen wurden verletzt, zwei davon schwer.

Bis zum Prozessauftakt vergangene Woche sind ganze viereinhalb Jahre vergangen – für die Urteilsfindung waren nun jedoch lediglich zwei Prozesstage vonnöten. Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten gefährliche Körperverletzung und schweren Hausfriedensbruch vor.

Beim ersten Prozesstermin hatte das Gericht einen Deal angeboten. Die Angeklagten sollten die Tat gestehen, das Verfahren würde daraufhin ohne Beweisaufnahme beendet werden und die Strafen milde ausfallen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung nahmen das Angebot an.

Im Vorfeld des Prozesses hatten Zeugen erklärt, von Rechtsradikalen bedroht worden zu sein. Am ersten Prozesstag wurden Zuschauer im Gericht von Vermummten angepöbelt und fotografiert. Bereits am Mittwoch hatte es mit Unterstützung von Werder eine Demo mit rund 800 Teilnehmern gegen den Verlauf des Prozesses gegeben.

„Wir können insbesondere die Umstände, unter denen der erste Prozesstag abgehalten wurde, nicht nachvollziehen“, sagte Klaus-Dieter Fischer, Präsident des SV Werder. „Es ist außerdem unverständlich, warum die Abwicklung des Prozesses so lange dauerte.“

Derweil wird Werder am Donnerstag, 6. Oktober, ein Testspiel in Cloppenburg bestreiten und sich dabei seinen Fans aus der Region präsentieren. Im Stadion an der Friesoyther Straße, das sonst vom Oberligisten BV Cloppenburg als Heimspielstätte genutzt wird, treffen die Bremer ab 19 Uhr auf den Drittligisten VfL Osnabrück. Am darauffolgenden Wochenende finden wegen der Länderspielpause keine Partien in der Bundesliga statt.

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http://www.NWZonline.de/werder

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