OLDENBURG - Der Traum von der erneuten Teilnahme am DFB-Pokal ist für die Oberliga-Fußballer des VfB Oldenburg geplatzt. Die Mannschaft von Trainer Andreas Boll unterlag im Viertelfinale des NFV-Pokals am Mittwoch im heimischen Marschwegstadion klar dem SV Wilhelmshaven. Der Regionalligist zeigte den Gastgebern die Grenzen auf und siegte – auch begünstigt durch eine frühe Gelb-Rote Karte für den VfB – souverän mit 5:0 (3:0).
„Wir sind mit großen Erwartungen in das Spiel gegangen – leider wurden die schon nach zwei Minuten über den Haufen geworfen“, sagte Boll. Vor 1402 Zuschauern ging der SVW schon kurz nach dem Anpfiff in Front, als Christian Skoda den Ball bei einem Pressschlag mit VfB-Verteidiger Alexander Dreher im Strafraum ins Tor bugsierte.
Nach 20 Minuten mussten die Oldenburger den nächsten Rückschlag einstecken. Sebastian Ferrulli, der bereits in der Anfangsphase Gelb nach einem Foul im Mittelfeld kassiert hatte, traf Wilhelmshavens Fatih Yilmaz fast an derselben Stelle des Platzes mit einem hohen Bein am Kopf. Schiedsrichter Andre Wenzel (Gnarrenburg) zeigte Ferrulli Gelb-Rot und zog sich damit den Unmut der VfB-Fans zu. Dieser wurde später noch größer, als der Referee beim Stand von 0:2 bei einer Aktion gegen Claude-Roland Videgla im SVW-Strafraum nicht auf Elfmeter entschied (30. Minute).
In Überzahl spielten die Gäste ihre Überlegenheit aus und zogen, nachdem zuvor Admir Softic erhöht hatte (28.), noch vor der Pause durch Boris Koweschnikow sogar auf 3:0 (41.) davon.
Nach dem Wechsel stellte der VfB in der Abwehr auf eine Dreierkette um. Nachdem Julian Bennert das mögliche 1:3 vergeben hatte (47.), machte der SVW durch Steve Sam (55.) und Daniel Franziskus (74.) alles klar. „Die Höhe der Niederlage tut weh, aber wir dürfen jetzt nicht rumheulen – das primäre Ziel ist der Regionalliga-Aufstieg“, sagte Boll, der mit seiner Elf nun am Ostermontag (15 Uhr, Marschwegstadion) den Tabellenführer Goslarer SC zum Oberliga-Spitzenspiel erwartet.
„Ich freue mich, dass wir in der nächsten Saison in der Regionalliga wieder schöne Derbys gegen den VfB bestreiten dürfen“, ist sich SVW-Coach Christian Neidhart sicher, dass die Oldenburger die Qualifikation schaffen. Die Wilhelmshavener treten an diesem Sonnabend (14 Uhr, Jadestadion) in der Liga gegen den Hamburger SV II an.
Im Halbfinale des NFV-Pokals gastiert der SVW am 9. Mai bei Oberligist Borussia Hildesheim. Die beiden Finalisten stehen automatisch in der ersten Runde des nationalen Pokalwettbewerbs. „Wir sind froh, dass wir einen weiteren Schritt in Richtung DFB-Pokal gemacht haben“, sagte Neidhart, der im Gegensatz zum VfB weiter von einem Duell mit einem attraktiven Gegner träumen darf.
