Oldenburg/Hamburg - Am Morgen nach der 15. Saisonniederlage zitierte VfB-Trainer Stephan Ehlers seine Regionalliga-Fußballer zu einem zweistündigen Treffen ins Trainingszentrum. Die Spielanalyse nach dem 1:3 bei der U 23 des FC St. Pauli war ganz sicher auch eine Art von Krisensitzung. Immerhin waren die Oldenburger am Samstag auf den viertletzten Tabellenrang abgerutscht – dieser könnte am Saisonende den Abstieg bedeuten.

„Die Spieler müssen endlich realisieren, in welcher misslichen Lage wir stecken“, sagt Ehlers, dessen Team nach der unnötigen 1:3-Niederlage vor 89 Zuschauern in den verbleibenden fünf Spielen – davon dreimal zu Hause in dieser Woche – extrem gefordert ist. Ehe am Donnerstag Egestorf/Langreder (18.30 Uhr) und am Sonntag die U 23 von Hannover 96 ins Marschwegstadion kommen, gastiert hier an diesem Dienstag (15 Uhr) erst einmal Primus Weiche Flensburg.

Gegen den Spitzenreiter aus Schleswig-Holstein kommt auf die Oldenburger am Tag der Arbeit jede Menge Arbeit zu. „Jetzt haben wir nur noch Endspiele“, sagt Ehlers und ergänzt: „Von allen fünf Endspielen, die vor uns liegen, dürfte es von der Motivation her sicher die einfachste Aufgabe am Dienstag sein.“

Sein Team darf sich keinesfalls wieder solch gravierende Fehler in der Defensive leisten wie beim 1:3 in Hamburg. Nachdem VfB-Stürmer Hugo Magouhi in der Anfangsphase die Latte des Tors der Gastgeber getroffen hatte (5. Minute), führte ein Lapsus von Frederik Lach zur glücklichen Führung der Paulianer.

Der Abwehrspieler wollte einen Abwurf von Keeper Fabian Klinkmann aufnehmen, rutschte aber aus und „schenkte“ damit Sirlord Conteh das 1:0 (30.). Nur drei Minuten später stand die VfB-Abwehr nach einem Freistoß Spalier und schaute zu, wie Ersin Zehir mühelos per Kopf das 2:0 erzielte.

Die meisten Angriffsbemühungen des VfB nach dem Seitenwechsel verpufften. Der Anschlusstreffer von Daniel Franziskus sorgte kurzzeitig für Hoffnung (71.) bei den Gästen, doch Conteh machte den Deckel drauf (90.+2). „Wir müssen in unserer Situation einfach viel mehr in die Zweikämpfe gehen“, fordert Ehlers und weiß ganz genau, dass es insbesondere am Dienstag gegen die Flensburger auf die kämpferische Einstellung ankommen wird.

VfB: Klinkmann - Lach, Saglam, Siala (46. Temin), Lingerski (82. Celikyurt) - Aug, Tönnies - Richter - Franziskus, Kifuta (68. Lück) - Magouhi.