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Jugendarbeit Nachwuchs-Fußballer bündeln Kräfte

Oliver Bloch

OLDENBURG    - FC, TuS, VfB oder VfL: Die geläufigen Vereinskürzel kann jeder halbwegs Sportinteressierte zuordnen. Aber JFV? Da wird es schon schwieriger, wenngleich die drei Buchstaben immer häufiger auftauchen – und zwar beim Nachwuchsfußball. Sie stehen für Jugendförderverein und bezeichnen Spielgemeinschaften. In Varel (Kreis Friesland) zum Beispiel haben jüngst vier Clubs landkreisübergreifend eine solche Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Den Grund erläutert Peter Mostowski, Vorsitzender des TuS Obenstrohe: „Von der C- bis zur A-Jugend wird es immer schwieriger, Mannschaften zu melden.“ Das führt er auf zwei wesentliche Ursachen zurück: die geburtenschwachen Jahrgänge und die vielen Freizeitangebote, mit denen die Sportvereine mittlerweile konkurrieren. „Dem mussten wir Rechnung tragen, um überhaupt noch die Möglichkeit zu bieten, vor Ort Fußball zu spielen“, begründet Mostowski.

Die Entwicklung beobachtet auch der Niedersächsische Fußballverband (NFV): „Je älter die Jugendlichen, desto schwieriger wird es, sie an die Vereine zu binden“, sagt NFV-Sprecher Reiner Kramer. Grund Alarm zu schlagen, sieht er aber nicht: „Im Vergleich mit anderen Sportarten lebt der Fußball immer noch von seiner enormen Popularität.“

Dennoch seien demografische Tendenzen erkennbar, auf die Vereine, Fußballkreise und Verbände reagieren müssten. Die Spielgemeinschaft ist so eine Möglichkeit. „Sie muss jedoch beantragt werden und darf nicht dem Zweck der Leistungskonzentration dienen“, erläutert Kramer. Auch alternative Spielformen wie die Siebener-Mannschaften werden bei Bedarf zugelassen, um den Spielbetrieb zu sichern.

Derartige Personalsorgen hat der VfL Oldenburg als großer Stadtverein nicht. Er stellt derzeit vier A-, drei B- und fünf C-Jugendmannschaften, insgesamt treten 27 Nachwuchsteams für die Grün-Weißen an. Die U 19 spielt in dieser Saison sogar in der A-Junioren-Bundesliga. Trainer Sebastian Schütte erläutert das Erfolgsrezept: „In der Breitensportsparte bleiben Spieler und Trainer meistens über Jahre zusammen. Das stärkt die Bindung.“

Die Leistungsmannschaften wiederum bieten den Talenten die Chance, höherklassig Fußball zu spielen. Dennoch erkennt auch Schütte einen Trend, der den Vereinen langfristig zu schaffen macht: „Der Ganztagsunterricht wird dazu führen, dass immer mehr Vereinssport in den Schulen stattfindet“, vermutet er. Dennoch sei es wichtig, dass die Clubs attraktiv bleiben und den Jugendlichen in ihrer Freizeit etwas bieten.

So wie die Vareler mit ihrer Kooperation. „Wir wollen uns nicht die jungen Spieler gegenseitig abjagen“, sagt Mostowski: „Betonköpfe, die nur auf der eigenen Vereinstradition beharren, sind bei uns auch nicht dabei.“ So wird in Friesland bald eine weitere Spielgemeinschaft auf Torjagd gehen. Statt TuS Obenstrohe-Varel-Büppel-Spohle heißt es dann nur noch kurz und knapp: JFV Varel.

NWZ

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