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NWZonline.de Sport Fußball

Fanbeauftragter des VfB Oldenburg für Dialog

08.12.2018

Oldenburg Der Vergleich liegt angesichts der Spielansetzung irgendwie nahe – und doch fern: Nachdem beim VfB Oldenburg erneut ein Fanstreit die angesichts des sportlichen Aufschwungs unter Cheftrainer Marco Elia eigentlich gute Stimmung trübt, könnte manch ein Beobachter Auswirkungen wie in den vergangenen Jahren bei Hannover 96 fürchten. Dessen U 23 gastiert an diesem Sonntag (14 Uhr) im Marschwegstadion. Die Dimension eines so großen Fan-Boykotts, wie ihn der Bundesligist aus der Landeshauptstadt, einst erlebt hat, wird und kann der Zwist beim Oldenburger Traditionsclub jedoch nicht haben.

Intern keine Lösung

„Ich denke nicht, dass am Sonntag irgendwas zu spüren ist – vielleicht sogar ganz einfach, weil das Wetter zu schlecht ist und der Gegner zu unattraktiv“, meint VfB-Fanbeauftragter Raimund Kropp mit Blick auf die zu erwartende Zuschauerkulisse. Eventuell werden an diesem Sonntag 1000 Besucher an den Marschweg kommen – in Hannover protestierten zeitweise Tausende Fans gegen die Clubführung.

Spiel auf der Kippe – VfL-Partie fällt aus

Die Partie des VfB Oldenburg gegen die U23 von Hannover 96 an diesem Sonntag steht wegen des anhaltenden Regens„auf wackeligen Füßen“, sagte Sicherheitsbeauftragter Holger Hoffmann am Freitag. Die Entscheidung wird wohl am Samstag gefällt.

Das Regionalliga-Spiel des VfL Oldenburg beim TSV Havelse, das am Samstag stattfinden sollte, ist am Freitag abgesagt worden.

Kropp steht aktuell wieder einmal als Vermittler zwischen den verhärteten Fronten. Wie schon im Spätsommer, als ein Streit rund um die am 27. August auf einer Delegiertenversammlung beschlossene Ausgliederung des Regionalliga-Spielbetriebs in eine eigene GmbH in einen Stimmungsboykott im Marschwegstadion gipfelte, fühlt sich die Fanszene von der Vereinsspitze nicht verstanden und ungerecht behandelt. Weil sich die Konflikte ganz offensichtlich nicht intern lösen ließen, wurden sie nun erneut extern über die Öffentlichkeit ausgetragen.

Der Verein „VfB für Alle“, der sich laut Selbstbeschreibung für ein gesellschaftliches Miteinander einsetzt, das frei ist von jeglicher Gewalt und Diskriminierung, hatte jetzt in einem Schreiben im Internet mehrere Vorwürfe erhoben. Insbesondere wurde darin beklagt, dass bei einem Heimspiel im Oktober Spruchbänder gegen die AfD vom Verein entfernt worden seien, die mehrere Fangruppen anlässlich des Parteitages des niedersächsischen AfD-Landesverbandes gezeigt hatten, und der VfB danach ein Verbot nicht angemeldeter Banner ausgesprochen habe.

Lesen Sie auch: Ärger beim VfB Oldenburg – Anti-AfD-Plakate von Fans sorgen für Streit

Die Vereinsführung sah sich daraufhin am Donnerstag zu einer Stellungnahme genötigt. Darin wiesen Vorstand, Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Sportliche Leitung die Vorwürfe zurück. Gezeigte Bannerinhalte wie „Fuck AfD“ oder „AfD weggrätschen“ seien „beleidigend“ oder „ein klarer Aufruf zur Gewalt“ und „mit dem Selbstverständnis eines Sportvereins, der sich als politisch und konfessionell neutral versteht, nicht vereinbar“.

Übereinander geschrieben wird also aktuell viel, miteinander gesprochen wieder einmal nicht, obwohl Clubchef Klaus Berster schon beim Streit im Spätsommer für eine bessere Kommunikation plädiert hatte. „Ich stehe Tag und Nacht bereit“, sagte er im September, ehe ein geplantes Treffen mit Fans aber aufgrund einer beim Derby bei Stadtrivale VfL gezündeten Rauchbombe abgesagt wurde. „Das haben wir nachgeholt, seitdem gab es zwei Treffen – wir stehen zu den Fans“, sagt Berster jetzt.

Fans mitnehmen

„Nur der Dialog kann der richtige Weg sein“, steht für Kropp fest, der wie seine Kollegen in anderen Clubs aufgabenbedingt immer wieder bei Zwistigkeiten zwischen Fans und Verein vermitteln muss: „Die Fans, die bei jedem Heimspiel und zahlreichen Auswärtsfahrten die Mannschaft bei Wind und Wetter unterstützen und sich tagtäglich Gedanken um den Verein machen, wollen natürlich mitgenommen werden.“

Jan-Karsten zur Brügge
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2034

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