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NWZonline.de Sport Fußball

Torjäger Conrad Azong: Leben zwischen Fußball und Gott

22.05.2020

Oldenburg Conrad Azong ist ein glücklicher Mensch. Das sieht man dem Stürmer des Fußball-Oberligisten VfL Oldenburg auch an. Sportlich hat der 26-Jährige in dieser Saison viel zu lachen. Mit bislang 19 Treffern in 18 Spielen hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass die Mannschaft von Trainer Dario Fossi als Tabellendritter noch vom sofortigen Wiederaufstieg träumen darf. Aber selbst nach Niederlagen, und davon gab’s in der vergangenen Regionalliga-Saison einige, verschwindet das ansteckende Lächeln nie ganz aus dem Gesicht des Angreifers.

Glaube als Rückhalt

Viele Oldenburger kennen Azong nicht nur als Fußballer, sondern auch als Menschen, der in der Innenstadt das Wort Gottes verkündet. Azong ist seit einigen Jahren Mitglied einer Pfingstgemeinde. „Ich möchte mein Glück mit anderen Menschen teilen, deshalb gehe ich wöchentlich in die Stadt. Jesus liebte uns Menschen so sehr, dass er für uns gestorben ist. Diese Botschaft möchte ich weitergeben“, begründet Azong sein Engagement.

„Mein Glaube ist mein großer Rückhalt. Er hat mich und mein Leben verändert“, sagt der 26-Jährige, der 1993 in Kumba in Kamerun geboren wurde. Zwei Jahre später zog seine Familie erstmals nach Hamburg, kehrte aber kurz danach wieder in die afrikanische Heimat zurück. Später wurden die Azongs dann endgültig in der Elbmetropole sesshaft. Hier entdeckte Azong seine Liebe zum Fußball. Über Victoria Hamburg und den Niendorfer TSV führte ihn sein Weg 2009 zum FC St. Pauli. 2011 versuchte er sein Glück bei der Reserve von Hannover 96. Den Sprung nach ganz oben schaffte er aber nicht. „Ich hatte wohl das Talent. Man braucht aber auch Glück, um es als Profi zu schaffen. Ich war als junger Bursche vom Kopf her nicht bereit, nur für den Profifußball zu leben“, gibt Azong heute freimütig zu.

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Wiederum Victoria Hamburg und Holstein Kiel II waren die nächsten Stationen, ehe der Stürmer 2016 zum VfB Oldenburg kam und im Sommer 2018 zum gerade in die Regionalliga aufgestiegenen Stadtrivalen wechselte. „Ich bereue es nicht, zum VfL gegangen zu sein. Ich genieße jeden Augenblick mit der Mannschaft“, sagt Azong, der mit seinen 19 Treffern die Torschützenliste der Oberliga anführt: „Ich freue mich, dass ich meinem Team mit meinen Toren helfen kann.“

Auch privat hat der Stürmer sein Glück gefunden. 2017 hat er seine Jugendliebe Melisa, die er in Hamburg kennenlernte, geheiratet. Im Herbst 2018 wurde Tochter Esmée geboren.

Im kommenden Jahr will Azong sein Lehramtsstudium in den Fächern Sport und Religion abschließen, das er nach seinem Wechsel zum VfB 2016 in Oldenburg begonnen hatte. Seine Frau, Psychologiestudentin und Make-Up-Artist, macht gerade Babypause. „Wir sind in Oldenburg sehr glücklich und haben im Moment auch nicht vor, diese schöne Stadt zu verlassen“, sagt Azong und zeigt wieder sein ansteckendes Lachen.

„Einige nehmen Anstoß“

Auch am letzten Samstag vor Weihnachten war Azong mit einem großen Schild und seinem großen Lächeln wieder in der Oldenburger Fußgängerzone unterwegs. „Ich erzähle den Menschen auf der Straße von der Liebe Gottes. Zwar nehmen einige Menschen Anstoß und werden zum Teil beleidigend“, erzählt er: „Aber das nehme ich gern in Kauf, solange ich den Menschen Hoffnung schenke, wie viele positive Resonanzen zeigen.“

Sonntags ist der 26-Jährige oft in seiner Gemeinde im Einsatz. Dann übersetzt er im Kirchenraum seiner Gemeinde die Predigten ins Französische und Englische. „Ich gehe nicht in Discos, für mich sind diese Gottesdienste meine Partys“, erklärt Azong.

„Meine Mannschaftskameraden und alle beim VfL akzeptieren mich so, wie ich bin, und das, was ich mache. Dazu gehört auch, dass ich keinen Alkohol trinke“, sagt der Stürmer und zeigt wieder dieses ansteckende Lachen. Wie die Teamkollegen reagieren, wenn der Torjäger aufgrund der Gottesdienste sonntags zum Spiel wieder einmal etwas zu spät eintrudelt, ist klar: mit einem Lächeln.

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