• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Sperrung der A29 in Oldenburg
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 3 Minuten.

Unfall Mit Mehreren Fahrzeugen
Sperrung der A29 in Oldenburg

NWZonline.de Sport Fußball

Ex-Cloppenburger bereist Fußball-Welt

06.11.2019

Oldenburg Tom Saintfiet weiß noch genau, wie er sich zum Afrika-Kenner entwickelte. „Das begann 2008, ich war damals Nationaltrainer von Namibia“, erinnert sich der 46-jährige Belgier: „Ich hatte eine gute Mannschaft, in der auch Collin Benjamin spielte, der damals beim Hamburger SV unter Vertrag stand. Ich habe in Namibia gute Arbeit geleistet, und das hat sich bei anderen Nationalverbänden und Clubs auf dem Kontinent rumgesprochen.“

2005 in Cloppenburg

Seitdem hat Saintfiet zahlreiche afrikanische National- und Vereinsmannschaften betreut, seit Juli 2018 trainiert er das Auswahlteam Gambias. Schon vor seinem angesprochenen Wechsel nach Namibia hatte er eine stattliche Liste mit Trainerstationen. Auf jener Liste steht auch der BV Cloppenburg, bei dem er im Juli 2005 begann und nach nur wenigen Monaten schon im Oktober 2005 wieder gehen musste. „Ich war noch recht jung, als ich damals in Deutschland tätig war“, berichtet er: „Mit etwas mehr Erfahrung hätte ich dort mehr Erfolg gehabt.“

Weltenbummler mit Hang zu Afrika

Tom Saintfiet (46) arbeitete in Afrika außer in Gambia unter anderem schon in Namibia, Simbabwe, Äthiopien und Togo als Nationaltrainer. Darüber hinaus war er auch schon als Nationalcoach in Europa (Malta), Asien (Bangladesch) und in der Karibik (Trinidad und Tobago) tätig. Seine Spielerkarriere hatte er früh wegen einer Verletzung beenden müssen.

Als Nationaltrainer von Gambia, einem zwei Millionen Einwohner zählenden Land in Westafrika, ist Saintfiet vor allem eines: viel unterwegs. „Während meines ersten Jahres als Nationaltrainer habe ich mit meiner Frau und unserem kleinen Sohn in Gambia gelebt“, erzählt er. Da der Sohn inzwischen aber im Kindergarten-Alter sei und das Thema Einschulung näher rücke, sei die Familie wieder in Saintfiets belgische Heimatstadt Mol nahe der belgisch-niederländischen Grenze gezogen. „Das passte, da die meisten meiner Nationalspieler ohnehin bei europäischen Vereinen aktiv sind. So reise ich von Belgien aus viel in Europa herum, um meine Spieler zu beobachten“, sagt Saintfiet.

Interesse an Bakery Jatta

Die Bandbreite ist dabei groß. So würden einige seiner Akteure bei italienischen Erstligisten spielen, berichtet Saintfiet: „Aber ich habe auch zu Ebrima Jobe vom FC Oberneuland aus der Bremen-Liga Kontakt. Ihn werde ich nächstes Jahr wohl mal zur Nationalmannschaft einladen.“ Und als Nationaltrainer von Gambia ist Saintfiet auch mit Problemen befasst, die Auswahlcoaches von europäischen Nationalmannschaften völlig fremd sein dürften. So habe es Gambias zweiter Torhüter Baboucarr Gaye derzeit besonders schwer, sagt Saintfiet: „Sein Verein Wattenscheid 09 ist insolvent und wurde inzwischen vom Spielbetrieb der Regionalliga West abgemeldet. Jetzt muss man schauen, wie es bei dem Spieler weitergeht.“

Im engen Austausch steht er zudem mit Bakery Jatta vom Zweitligisten Hamburger SV. „Ich möchte, dass er für das Nationalteam spielt“, sagt Saintfiet: „Er hat mir aber gesagt, dass er nach der ganzen Aufregung zur Ruhe kommen und sich auf den HSV konzentrieren möchte. Vielleicht klappt es dann im nächsten Jahr“, sagt der Nationalcoach.

Mit „der ganzen Aufregung“ meint er die Diskussion über die Identität von Jatta. Im August und September waren Zweifel aufgekommen, ob der 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommene Fußballer wirklich Bakery Jatta sei oder jemand anderes. Eine Prüfung durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte ergab aber nichts Belastendes. Der 21-jährige Stürmer, der in der Zeit der ins Kraut schießenden Spekulationen stets vom HSV unterstützt wurde, zählt in der laufenden Saison zu den Leistungsträgern des Clubs. An den ersten zwölf Spieltagen stand er zehnmal in der Startelf.

Profis verdienen 50 Euro

Akteure aus der heimischen Meisterschaft habe er aktuell keine in der Nationalmannschaft, sagt Weltenbummler Saintfiet, der vor seinem Engagement in Gambia für einige Monate in Europa als Nationaltrainer von Malta gearbeitet hatte. Wenn in Gambias oberster Liga Spieler auf sich aufmerksam machten, würden sie schnell das Land verlassen. „Dann wechseln sie entweder in andere afrikanische Länder, wo die Ligen stärker sind, oder sie gehen nach Europa“, sagt der 46-Jährige: „Man muss auch die Verhältnisse in Gambia sehen. Die Spieler in der ersten Liga sind zwar Profis, verdienen als solche aber umgerechnet nur etwa 50 Euro im Monat. Zum Vergleich: Ein Polizist verdient 40 Euro.“

Afrika-Cup als Ziel

Bei diesen Zahlen sei es für die Spieler logischerweise attraktiv, nach Europa zu gehen, sagt Saintfiet – auch wenn dort die Lebenshaltungskosten deutlich höher seien als in Gambia. Aber wenn in Deutschland auch in der 4. oder 5. Liga ein Vielfaches vom heimischen Erstliga-Lohn gezahlt werde, sei das für viele Spieler ein Anreiz, die Heimat zu verlassen.

Seinen nächsten Einsatz mit der Nationalmannschaft hat Saintfiet am kommenden Mittwoch. Dann tritt das Team in Angola an, es geht um die Qualifikation zum Afrika-Cup 2021. Am Montag darauf empfängt Gambia in einem weiteren Qualifikationsspiel die Auswahl der Demokratischen Republik Kongo. Der Sprung zum Afrika-Cup ist das große Ziel des Nationaltrainers. Denn noch nie habe Gambia an dem Turnier teilgenommen, sagt Saintfiet.

Wenn er das schafft, dürfte sein Name in Afrika einen noch besseren Klang haben als ohnehin schon. Dabei sagt Saintfiet: „Mir gefällt es hier. Aber einen europäischen Proficlub zu trainieren, wäre auch mal schön.“

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2030
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.