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NWZonline.de Sport Fußball

Familienleben auf Sparflamme

18.09.2018

Oldenburg Als Marco Elia am Sonntag nach seinem ersten Spiel als Trainer von Fußball-Regionalligist VfB Oldenburg gegen die U 23 von Holstein Kiel seine Liebsten traf, hörte er gleich die Frage, die er schon unter der Woche mehrfach gehört hatte. „Wann kommst Du?“, fragte seine Frau, die anlässlich des Debüts ihres Mannes erstmals mit den beiden kleinen Kindern ins Marschwegstadion gekommen war. Eine richtig zufriedenstellende Antwort fand der Familienvater nach dem 0:0 vor 1147 Zuschauern sicher nicht – und wird sie wohl auch in nächster Zeit nahezu täglich nicht finden.

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„Ich muss mich natürlich bei meiner Frau bedanken, dass sie das mitträgt“, sagte Elia, der vor einer Woche nach der Freistellung von Stephan Ehlers und Assistent Christian Thölking mit Cumhur Demir das Ruder beim taumelnden VfB übernommen hatte. Um sich in die Aufgabe hineinzuarbeiten und das Team bestmöglich auf das Duell mit dem Aufsteiger aus Schleswig-Holstein vorzubereiten, war der 42-Jährige unter der Woche zumindest bis 20 Uhr, teilweise bis nach 23 Uhr auf dem Trainingsgelände.

„Normalerweise war ich zuvor immer gegen 17.45 Uhr zu Hause, dann hatte ich noch eineinhalb Stunden mit den Kindern“, erzählt Elia, der als Kompaniefeldwebel bei der Bundeswehr in Garlstedt stationiert ist und über die Weser in den Ortsteil von Osterholz-Schambeck pendelt. Jetzt geht es von dort aus nahezu direkt zum Training – das Familienleben köchelt auf Sparflamme.

Umso feuriger war der Auftritt am Sonntag. Es sprang zwar zum sechsten Mal in dieser Saison nur ein Remis heraus (dazu ein Sieg, zwei Niederlagen, aktuell Rang 15), aber der VfB zeigte – von Elia strukturiert wie angriffslustig eingestellt – von Anfang an, welches Potenzial im Team steckt.

„Sehr leidenschaftlich, eine klare Idee, eine klare Ansprache“, fasste Sportleiter Andreas Boll seinen Eindruck vom Trainer zusammen. „Man konnte schon viele Dinge sehen, die im Training erarbeitet wurden“, ergänzte Boll und vergaß bei der kleinen Lobhudelei auch Demir, den zweiten Part des Interimsduos, nicht: „Sie haben es geschafft, in die Köpfe der Spieler zu kommen.“

Ob oder wann der kleine, aber entscheidende Wortteil „Interims“ gestrichen werden kann, dazu wollte Boll zu diesem Zeitpunkt nichts sagen. Das neue Duo genieße die „volle Rückendeckung“. Die Aufgabe am Samstag bei Primus VfL Wolfsburg II sei natürlich „bretthart“, sagte der Sportleiter, ist aber überzeugt, dass Elia noch mehr aus dem Team herauskitzelt: „Ich bin mir sicher, dass wir, wenn wir so weiter spielen, auch die Ergebnisse abliefern werden.“

Sollte das passieren, könnte Elia, wie von Vorstandschef Klaus Berster am Samstag in der NWZ erhofft, zur nachhaltigen Lösung reifen. Im Sommer hatte der 42-Jährige, der in der vergangenen Saison für die Bezirksliga-Mannschaft zuständig war und nach deren Abmeldung ins Regionalliga-Trainerteam gerückt war, den A-Lizenz-Lehrgang abgeschlossen. Dass der Schein nun so rasch zur Geltung kommt, damit hatte er nicht gerechnet: „Natürlich ist das irgendwann das Ziel, aber ich hatte gedacht, das mache ich als Pensionär.“

Dann wäre er Mitte 50, der Nachwuchs größer. Ob die zweieinhalb Jahre und sechs Monate alten Kinder aktuell längerfristig auf mehr Papa-Zeit verzichten müssen, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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