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Aktualisiert vor 6 Minuten.

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NWZonline.de Sport Fußball

Olympia in Deutschland eine Frage von Weitsicht

28.08.2014

Köln Der Startschuss in Berlin und Hamburg ist gefallen, und nun wird es Schlag auf Schlag gehen. Die Metropolen wollen sich die Olympischen Spiele 2024 oder 2028 in die Stadt holen, die Hüte liegen seit Dienstag im Ring, und schon am kommenden Montag werden die ersten Konzepte vorgestellt.

Es wird der Start einer Charme-Offensive sein. Die Adressaten sind neben den Bürgern auch die Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die auf ihrer Versammlung im Dezember vielleicht schon Nägel mit Köpfen machen wollen. Eile ist geboten.

Dabei benötigt das Projekt Olympia in Deutschland vor allem Geduld, Weitsicht und Realitätssinn. Nicht zuletzt zum Wohle der Steuerzahler sollten die Entscheider beim DOSB deshalb einen Beschluss schon jetzt fassen: Finger weg von den Spielen 2024!

Schon im Herbst 2015 bräuchte das Internationale Olympische Komitee (IOC) einen Hinweis, ob Deutschland dabei ist. Bis dahin die von gescheiterten Großprojekten gebeutelten Hamburger und Berliner nachhaltig von der Idee Olympia zu überzeugen, dürfte schwer werden.

Die letzten Umfragen lassen eine verhaltene Pro-Olympia-Stimmung in der Hauptstadt (52 Prozent) und eine solide in Hamburg (73 Prozent) vermuten, wobei der Wert solcher Erhebungen fraglich ist. Eine letzte Schätzung wenige Tage vor dem krachenden Scheitern der Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 hatte im November 2013 eine Zustimmung von 67,1 Prozent prognostiziert.

Auch Oslo wurde bei seiner Bewerbung um die Winterspiele 2022 zunächst Befürwortung signalisiert, mittlerweile ist die Stimmung in ganz Norwegen gekippt. Nicht ausgeschlossen, dass sich auch der letzte klassische Wintersportort in der Bewerberrunde für 2022 unter dem Druck der Bevölkerung zurückziehen wird, womit die Spiele in Almaty oder Peking stattfinden würden. Nach Sotschi würde sich die Jugend der Welt also wieder in einem Land treffen müssen, dessen Regierung (nach derzeitigem Stand) einem äußerst fragwürdigen Menschenrechtsverständnis folgt.

In diesem Zusammenhang sollten viele DOSB-Mitglieder, während sie sich am 6. Dezember in Dresden Gedanken über Olympia in Berlin oder Hamburg machen, einen Blick nach Monte Carlo wagen. Dort tagt zeitgleich die IOC-Exekutive und bereitet die außerordentliche Session am 8. und 9. Dezember vor. Kernpunkt: Thomas Bachs Agenda 2020.

Dass sich der der deutsche IOC-Präsident, der spätestens seit Sotschi eng an der Seite von Wladimir Putin steht, mit seiner Reform wieder mehr westlichen Standards zuwendet, ist keinenfalls sicher. Wieso sollte er auch? Die Milliarden fließen auch so: Der wichtigste TV-Partner NBC verlängerte jüngst seinen Vertrag bis 2032 - für 7,75 Milliarden Dollar.

„Ich hoffe, die Menschen werden unsere Mission irgendwann mal besser verstehen“, hatte Bach während der Spiele in Sotschi im SID-Interview gesagt - in Deutschland und zahlreichen anderen westlichen Demokratien ist er davon weiter denn je entfernt. Auch in Hamburg und Berlin stehen die NOlympia-Aktivisten schon Gewehr bei Fuß. Sie werden Gehör finden, und zwar nicht nur mit dem Argument, dass allein eine Olympia-Bewerbung etwa 50 Millionen Euro verschlingen wird. Anti-IOC ist gerade in.

Sollte das IOC im Dezember nicht die richtigen Weichen stellen, sollte auch der DOSB die schmerzhafte Entscheidung in Erwägung ziehen, aus Protest auf eine Bewerbung zu verzichten. Zumindest gegen eine Bewerbung für 2024 sprächen aber auch Gründe, die aus politischer Sicht weit weniger pikant wären.

Zum einen wird sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) höchstwahrscheinlich um die EM 2024 bewerben, und beide Großveranstaltung innerhalb weniger Wochen in Deutschland auszurichten, ist unrealistisch. Und wer des Deutschen liebstes Kind ist, ist klar: In einer repräsentativen Umfrage im SID-Auftrag sprachen sich zuletzt 43 Prozent für die EM 2024 und nur 25 Prozent für Olympia aus.

Zudem steht starke Konkurrenz in den Startlöchern, die USA werden sich mit San Francisco, Los Angeles, Boston oder Washington um die Spiele 2024 bewerben. Geduld wäre also ratsam - auch wenn mehrere der derzeitigen Bosse im DOSB Spiele in Deutschland dann nicht mehr im Amt erleben würden.

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