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NWZonline.de Sport Fußball

Petersen hellt Bremer Stimmung auf

23.09.2013

Hamburg /Bremen Nach dem Ende seiner 1366 Minuten dauernden Torflaute blickte Nils Petersen schmunzelnd auf seine neuen blauen Fußballschuhe.

„Die grünen Schuhe schmeiße ich weg, die blauen werde ich jetzt ein wenig streicheln“, kündigte Werder Bremens Nordderby-Held in der Hamburger WM-Arena an. Nach seinen zwei Toren (32. Minute, 90.+4) zum 2:0-Sieg der Bremer beim Hamburger SV im 99. Bundesliga-Nordschlager muss er sich nun nicht mehr die leidigen Fragen zum Thema „Chancentod“ anhören: „Ach, ich musste da ja immer wieder Stellung nehmen, das ging ja zu Hause weiter. Freunde, meine Familie, meine Freundin und letztlich auch mir selbst musste ich das immer wieder erklären, warum ich wieder nicht getroffen habe.“

Die Durststrecke des Ex-Bayern-Profis dauerte seit dem 16. Februar an, damals hatte er gegen den SC Freiburg doppelt getroffen (2:3). Gegen den HSV war der 24-Jährige nur durch die Rotsperre von Franco di Santo überhaupt wieder in die Startelf gerutscht. Wohl niemandem mehr als ihm hätten die mitgereisten 4000 Grün-Weißen die ersten Werder-Stürmertore der Saison mehr gegönnt. „Das ist super für Nils und fürs ganze Team, aber wie er den zweiten Ball reingemacht hat, das weiß er doch selbst nicht“, kommentierte Aaron Hunt amüsiert den Lupfer über den herausgeeilten HSV-Keeper René Adler.

Abwehr umgebaut

Santiago Garcia spielte bei seinem Bundesliga-Debüt auf der von ihm bevorzugten Position des Linksverteidigers. Der Italiener Luca Caldirola, der in dieser Saison von Trainer Robin Dutt auch schon auf der linken Abwehrseite der Bremer eingesetzt worden war, rückte wieder in die Innenverteidigung. Neben ihm spielte dort Assani Lukimya. Sebastian Prödl musste somit auf die Bank, er wurde erst in der Schlussphase eingewechselt.

Caldirola prallte in der 64. Minute bei einem Kopfballduell mit Gegenspieler Tomas Rincon zusammen. Der venezolanische Mittelfeldspieler des HSV zog sich dabei einen Kieferbruch zu. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und noch am Sonnabend operiert. Nach HSV-Angaben fällt der 25-Jährige voraussichtlich mehrere Wochen aus.

Petersen selbst hoffte, „dass jetzt der Knoten geplatzt ist“. Bei ihm ebenso wie bei der ganzen Elf, der er die „beste erste Halbzeit seit Ewigkeiten“ bescheinigte. Dabei kam der rundum verunsicherte HSV unter Interimscoach Rodolfo Cardoso als Aufbaugegner gerade recht. Während die Hamburger Fans in der Nordkurve nach Abpfiff „Wir haben die Schnauze voll“ brüllten, sang der Anhang von der Weser nach dem Ende der jüngsten Drei-Pleiten-Serie wieder versöhnt: „Die Nummer eins im Norden sind wir.“

Neben dem Matchwinner Petersen feierten die Grün-Weißen auch zwei überzeugende Liga-Debütanten: Den 19-jährigen Offensivakteur Martin Kobylanski, Sohn des Ex-Bundesligaprofis Andrzej Kobylanski (43), und den als Linksverteidiger eingesetzten Santiago García (25). Der Argentinier schwärmte von der Atmosphäre beim „Clásico de Alemania“.

Werder-Sportchef Thomas Eichin sah, dass „die Mannschaft intakt ist“, aber noch nicht alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ sei. Ähnlich bewertete der stark spielende Kapitän Clemens Fritz die Situation: „Wir haben drei Niederlagen und drei Siege. Wohin die Reise geht, wissen wir noch nicht.“


     www.nwzonline.de/werder 
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