Kaiserslautern/ - „Wunder gibt es immer wieder“, sang Katja Ebstein schon 1970 – da war Kosta Runjaic noch nicht geboren. Die Botschaft des Schlagers hat der Trainer des 1. FC Kaiserslautern vor dem DFB-Pokal-Halbfinale beim übermächtigen Triple-Sieger Bayern München aber verinnerlicht. „Das Wunder von München – na klar glaube ich daran“, versicherte Runjaic: „Aber das eine ist der Glaube, das andere die Umsetzung auf dem Feld.“
Dort dürfte an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) das Problem für die Pfälzer liegen. Wie besteht man als Zweitligist bei der „besten Mannschaft der Welt“, wie Runjaic und FCK-Vorstandschef Stefan Kuntz die Bayern im Vorfeld unisono titulierten. „Wir werden uns wehren und versuchen, Nadelstiche zu setzen“, versprach Runjaic. Illusionen gibt er sich aber nicht hin. „Der FC Bayern bringt wesentlich mehr Qualität mit“, betonte der 42-jährige Fußball-Lehrer. Er appellierte daher an den Stolz der Spieler: „Wir repräsentieren einen großen Verein und fahren nicht dorthin, um nur Trikots zu tauschen.“
Angesichts der klaren Rollenverteilung verwundert es nicht, dass Kuntz eine Pokalreform begrüßen würde, die klassentieferen Vereinen stets das Heimrecht garantiert. Doch auch so können die Pfälzer das Halbfinale zumindest finanziell als Erfolg verbuchen. Kuntz schätzt den Reingewinn auf 1,8 bis zwei Millionen Euro.
Das Geld hilft, den erwarteten Verlust in dieser Saison etwas erträglicher zu gestalten, betonte der FCK-Boss. Denn in der 2. Liga lief es nicht nach Wunsch. Die Zuschauereinnahmen sind rückläufig. Sportlich hapert es ebenfalls. Vier Spieltage vor Schluss liegt der FCK fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz zurück.
Dennoch hoffen die Pfälzer auf die Außenseiterchance und nehmen sich ihren Nachbarn FC Homburg zum Vorbild. Der ehemalige Zweitligist aus dem Saarland schrieb am 17. August 1991 mit einem 4:2-Sieg in München Pokalgeschichte. Zuletzt verloren die Bayern am 2. März 2011 ein Pokal-Heimspiel – im Halbfinale gegen Schalke 04 (0:1).
Beim späteren Pokalsieger hütete zu diesem Zeitpunkt noch Manuel Neuer das Tor. Ob der Ex-Schalker am Abend für die Bayern auflaufen kann, ist wegen seiner Wadenprobleme aber fraglich. Die Entscheidung soll nach Clubangaben erst am Spieltag fallen.
Weiter offen bleibt auch die Zukunft von Nationalspieler Toni Kroos. Ein angebliches Angebot von Manchester United haben die Bayern am Dienstag nicht bestätigt.
