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NWZonline.de Sport Fußball

Platini zieht Fifa-Kandidatur zurück

08.01.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-01-08T05:06:31Z 280 158

Weltverband:
Platini zieht Fifa-Kandidatur zurück

Paris Rien ne va plus – nichts geht mehr für Michel Platini: Der für acht Jahre gesperrte Präsident der Europäischen Fußball-Union Uefa zieht seine Kandidatur für das höchste Amt beim Weltverband Fifa zurück. „Mir fehlt einfach die Zeit, Wahlkampf zu betreiben, gegen andere Kandidaten anzutreten. Wie soll ich dann eine Wahl gewinnen?“, sagte der Franzose in einem am Freitag in der Sporttageszeitung „L’Équipe“ erscheinenden Interview.

Platini war wie Fifa-Präsident Joseph Blatter kurz vor Weihnachten von der Ethikkommission des Weltverbandes für acht Jahre gesperrt worden. Zum Verhängnis wurde dem einst so mächtigen Duo die dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro, die Platini im Jahr 2011 von Blatter angeblich für lange zurückliegende Beratertätigkeiten erhalten hatte. Die Ermittler vermuten Schmiergeld für Blatters Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2011.

Das Ethik-Urteil sei „ein Schlag ins Gesicht“ gewesen, sagte Platini danach und kündigte einen harten Kampf für seine Kandidatur bei der Fifa-Präsidentenwahl am 26. Februar an. „Ich werde gegen diese Ungerechtigkeit kämpfen – von Instanz zu Instanz. Ich wurde mit Joseph Blatter in einen Sack gesteckt“, sagte Platini und drohte mit dem Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS: „Da beginnt das Spiel erst richtig.“

Für seine Unschuld will der 60-Jährige auch weiterhin kämpfen – auch vor dem CAS. „Mit diesem Rückzug widme ich mich ganz meiner Verteidigung“, erklärte er. Für sein Ziel, an die Spitze des Weltverbandes aufzusteigen, kommen diese Bemühungen aber zu spät.

Fünf Kandidaten wollen damit Nachfolger des Schweizers Blatter werden. Die Fifa-Wahlkommission hat Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (Bahrain), den Jordanier Prinz Ali bin Al Hussein, den Franzosen Jérôme Champagne, Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino (Schweiz) sowie den Südafrikaner Tokyo Sexwale zugelassen. Nachmeldungen sind theoretisch noch bis zum 26. Januar möglich.

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