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NWZonline.de Sport Fußball

Plötzlichem Herztod auf der Spur

03.04.2012

OLDENBURG „Ein zentrales Register ist sinnvoll. Es kann helfen, herauszufinden, wie oft ein plötzlicher Herztod vorkommt und welches die Ursachen dafür sind.“ Dr. Jochen Muke, Oberarzt Kardiologie und Innere Medizin am Rehazentrum Oldenburg, begrüßt die Initiative von Tim Meyer. Der Teamarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Leiter des Instituts für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes will unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) das Register einrichten und Ursachen für den plötzlichen Herztod ergründen.

Zuletzt war die Fußballwelt durch den Herzstillstand des Fußballprofis Fabrice Muamba aufgeschreckt worden. Der 23-Jährige war im März während eines Spiels der Bolton Wanderers auf dem Platz bewusstlos zusammengebrochen, überlebte wie durch ein Wunder. Auch der spanische Nationalspieler Antonio Puerta (FC Sevilla) sowie Axel Jüptner (Carl Zeiss Jena) brachen auf dem Feld zusammen – sie starben. Genauso erging es dem deutschen Handballer Sebastian Feißt, der 20-jährig an Herzversagen bei einem Spiel der U-21-Nationalmannschaft starb.

Muke empfiehlt, kardiologische Untersuchungen bei allen Leistungssportlern einzuführen. Beim DFB ist dies schon seit 1999 Pflicht. Auch in anderen Sportarten sollte dies so sein, meint Muke. Allerdings würde er es begrüßen, wenn auch „ambitionierte Sportler“ und Amateure sich regelmäßig einer gesundheitlichen Überprüfung unterziehen würden. „Gerade bei Aktiven, die nach einer Pause wieder einsteigen, ist das Risiko hoch“, weiß der Kardiologe. Sie sollten sich auch untersuchen lassen, wenn sie sich körperlich fit fühlen. Er sagt aber auch, dass es eine 100-prozentige Gewissheit nie geben werde.

Auch der Weltfußballverband Fifa kündigte an, eine Untersuchung von plötzlichen Herzstillstand-Fällen durchführen zu wollen. Das Projekt solle im Mai auf den Weg gebracht werden, teilt Jiri Dvorak, Medizinischer Leiter der Fifa mit.

Bis das Register der Sportmediziner in Saarbrücken konkrete Ergebnisse für Deutschland erbringen kann, wird es wohl dauern. Meyer meint, man brauche wohl einige hundert Fälle, um verlässliche Aussagen zu erhalten, so dass die Prävention verbessert werden könnte. Das könnte über drei Jahre dauern.

Register in den USA und in Italien haben unterschiedliche Ergebnisse erbracht. In Amerika war eine krankhafte Verdickung des Herzmuskels die häufigste Todesursache, in Italien dagegen eine krankhafte Vergrößerung der rechten Herzkammer. Mit dem neuen Register soll es auch in Deutschland Klarheit geben.

Fried-Michael Carl Berne/Lemwerder / Redaktion Elsfleth
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