PRESTON - Nach der Europameisterschaft tritt Theune-Meyer zurück. Sie will zum Abschied die Siegerzigarre rauchen.

von Ulrike Weinrich

PRESTON - Ein „goldener“ Sieg noch, eine letzte Siegerzigarre und dann das neue Leben genießen: Für Tina Theune-Meyer sorgt der Blick in die nahe Zukunft für Vorfreude. „Ich glaube, das Ganze wird mir sehr gut bekommen“, betont die DFB-Trainerin, die sich mit ihrem dritten Europameisterschafts-Titel in den „Teilzeit“-Ruhestand verabschieden will.

Nach neun Jahren im Amt ist das Frauen-Finale der Fußball-EM in England am morgigen Sonntag in Blackburn zwischen ihren Weltmeisterinnen und Norwegen (16.15 Uhr/Eurosport) die letzte große Herausforderung der 51-Jährigen. „Ich will diese Goldmedaille unbedingt“, sagt die völlig entspannt wirkende Theune-Meyer, die zum Finale den Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger auf der Tribüne begrüßen darf.

Das, was danach kommt, bezeichnet die introvertierte Frau als „einen Traum“. Dinge stehen im Vordergrund, für die sie lange keine Zeit hatte. „Seit 18 Jahren gibt es doch fast nur Fußball in meinem Leben. Da verliert man schnell mal den Kontakt zu Freunden“, berichtet die in einem umgebauten Wasserturm wohnende Theune-Meyer ohne Verbitterung.

Gänzlich wird sie ihrer „alten Liebe“ aber nicht den Laufpass geben. Gespräche mit dem Verband über eine Teilzeitstelle im Ausbildungsbereich sollen abgeschlossen werden. Die große Fußball-Bühne wird dann nicht mehr die Welt der Pfarrerstochter aus Kleve sein. So wie in den Jahren, als sie die Nationalmannschaft zu zwei EM-Titeln (1997, 2001), dem WM-Coup (2003) und Olympia-Bronze in Athen 2004 führte.

Trotz des Sieges in der Vorrunde (1:0) warnt sie vor Finalgegner Norwegen. „Sie zeichnen sich durch eine schnelle Auffassungsgabe aus.“ Abwehrass Steffi Jones macht keinen Hehl daraus, mit Theune-Meyer unbedingt die obligatorische Siegerzigarre aus Jamaika rauchen zu wollen: „Wir möchten als Abschiedsgeschenk den Titel für Tina holen.“