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Landkreis Emsland ruft Katastrophenfall aus
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Aktualisiert vor 2 Minuten.

Moorbrand In Meppen
Landkreis Emsland ruft Katastrophenfall aus

NWZonline.de Sport Fußball

Ist das Spiel um Platz drei noch zeitgemäß?

14.07.2018

Das kleine Finale gehört einfach dazu

Mathias Freese

Was klingt besser? Halbfinalist – oder Dritter?

Außerdem: Es ist doch viel schöner, eine Weltmeisterschaft mit einem Sieg zu beenden. Mit dem guten Gefühl eines gewonnenen Spiels. Deshalb gehört das Spiel um Platz drei einfach dazu.

Mit dem „kleinen Finale“ hat zumindest ein Team, das als unterlegener Halbfinalist den Einzug ins Endspiel um den Pokal verpasst hat, die Chance, noch ein WM-Spiel – und Bronze! – zu gewinnen.

Das kann indes keine Nation so gut wie Deutschland – der „Rekord-Dritte“. Nach 1934 und 1970 gewann die DFB-Auswahl auch das „kleine Finale“ beim Sommermärchen 2006 im eigenen Land (3:1 gegen Portugal). Ob wir uns diese Frage damals auch gestellt haben? Oder haben wir gesagt: „Jetzt fegen wir die Portugiesen erst recht vom Platz!“? Auch 2010 wurde Deutschland durch ein 3:2 gegen Uruguay Dritter – das letzte WM-Spiel vor dem Triumph-Turnier 2014.

Die Verlierer der Halbfinals halten sich außerdem nicht lange mit Trauern auf – sie bereiten sich aufs nächste Spiel vor. Dass es im „kleinen Finale“ nicht um die ganz große WM-Wurst geht, kann für einige Mitfahrer auch zum Vorteil werden: 2006 kamen gegen Portugal zum Beispiel fast alle bis dahin nicht eingesetzten DFB-Spieler zum Einsatz. Marcell Jansen, Thomas Hitzlsperger und Mike Hanke haben sich sicher darüber gefreut, etwas für ihre Bronzemedaille getan zu haben.

Dieses Spiel bereitet nur Schmerzen

Hauke Richters

Fußball-Verbände stehen ja manches Mal im Verdacht, etwas behäbig zu sein. Hier ein Gegenbeispiel: Schon Anfang der 1980er-Jahre entschied die Europäische Fußball-Union Uefa, ab 1984 bei Europameisterschaften auf das Spiel um Platz drei zu verzichten. Die Luft bei den infrage kommenden Teams sei nach einem verlorenen Halbfinale raus, die Spieler hätten kaum noch Motivation für eine weitere Partie.

Mehr als 30 Jahre später hält der Weltverband Fifa noch immer an der Austragung dieses Spiels fest. Und das ist falsch. Zum einen gibt es bei Fußball-Weltmeisterschaften keine Siegerehrung wie bei Olympischen Spielen, wo in einem feierlichen Rahmen Sieger, Zweiter und Dritter Medaillen umgehängt bekommen. Und zum anderen greift auch das Argument, dass zumindest eine Mannschaft nach einem gewonnenen Spiel um Platz drei in etwas besserer Stimmung nach Hause fährt, nicht.

Denn was ist mit dem anderen Team? Das hat ohnehin schwer daran zu knabbern, dass es mit dem Einzug ins Endspiel nicht geklappt hat. Und wenn es dann im sogenannten „kleinen Finale“ eine weitere Schlappe gibt, ist die Stimmung völlig im Eimer. Eine zunächst gut verlaufene WM ist dann mit zwei Niederlagen nacheinander zu Ende gegangen. Und nur für die Spieler ein Match zu veranstalten, die bislang nicht zum Einsatz gekommen sind, ist der Nächstenliebe dann doch zuviel.

Mathias Freese
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2032
Hauke Richters
Leitung
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2030

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