Hannover - Die Sicherheitsbedenken vor dem brisanten Zweitligaderby Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig an diesem Samstag (13 Uhr) sind groß wie nie. Durch einen Pyrotechnik-Vorfall am Freitagabend beim Abschlusstraining des Tabellenzweiten aus Braunschweig wurden die Sorgen um die Sicherheit noch einmal größer. „Die Vorkommnisse sind nicht zu tolerieren und werden in den nächsten Tagen intern aufgearbeitet“, teilte die Eintracht am Abend mit.
Rund 200 Anhänger der Braunschweiger hatten das nicht-öffentliche Training besucht und Pyrotechnik und Raketen gezündet. Ein Querschläger explodierte in der Nähe von Mittelfeldspieler Julius Biada, der das Training nach 30 Minuten abbrach. „Aktuell geht es ihm besser“, hieß es im Club-Statement.
Keine Taschen in Arena
Die ohnehin großen Sicherheitsvorkehrungen vor dem Duell wurden schon zuvor noch einmal verstärkt: Mehr Polizei, ein Taschenverbot und Sprengstoffhunde rund um die Arena am Maschsee sollen die erwarteten 1500 gewaltbereiten Fans im Zaum halten und einen weiteren Anschlag verhindern.
Politiker nutzten die Vorkommnisse von Dortmund, um eine seit langem schwelende Diskussion neu zu beleben. Dass am Osterwochenende – mitten in der Ferienzeit und mit etlichen anderen Veranstaltungen – ausgerechnet die brisanten Derbys Hannover gegen Braunschweig (2. Liga) am Samstag und Werder Bremen gegen den Hamburger SV (1. Liga) am Sonntag (15.30 Uhr, Weserstadion) stattfinden, wirkt im Nachhinein nun noch unglücklicher als ohnehin.
Keine Verlegung
„Die Deutsche Fußball Liga DFL hat sich leider über sehr ernsthafte Bedenken der niedersächsischen Sicherheitsbehörden hinweggesetzt“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Ungeachtet der Dortmunder Vorfälle hatte Innenminister Boris Pistorius (SPD) vergeblich versucht, eine Ansetzung des brisanten Zweitligaduells am Osterwochenende zu verhindern. „Mit ihrer Entscheidung hat die DFL auch eine gewisse Verantwortung übernommen, das sage ich sehr deutlich“, so Weil.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen wies ebenfalls auf den aus ihrer Sicht unglücklichen Termin hin: „Die Belastung der Polizei ist aufgrund diverser anderer Einsatzlagen und auch wegen des täglichen Dienstgeschäftes enorm hoch, so dass hier ein umsichtiges Vorgehen der Deutschen Fußball Liga notwendig gewesen wäre.“
