Köln - Titelverteidiger Real Madrid und der italienische Fußball-Rekordmeister Juventus Turin haben in der Champions League jeweils einen großen Schritt Richtung Halbfinale gemacht. Real kam im Viertelfinal-Hinspiel beim Stadtrivalen Atletico zwar nicht über ein 0:0 hinaus, hat aber ebenso wie Juve durch das 1:0 (0:0) gegen AS Monaco eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 22. April.
Die Königlichen mit Weltmeister Toni Kroos und Weltfußballer Cristiano Ronaldo in ihren Reihen waren bei der Neuauflage des Vorjahresfinales zwar haushoch überlegen, unter dem Strich biss sich der spanische Rekordmeister aber am überragenden Atletico-Torwart Jan Oblak die Zähne aus.
325 Tage nach dem 4:1-Erfolg nach Verlängerung gegen Atletico im Finale von Lissabon übernahm Real vom Start weg das Kommando und stürzte die Mannschaft von Trainer Diego Simeone von einer Verlegenheit in die andere. Doch Gareth Bale, Ronaldo und WM-Torschützenkönig James Rodriguez scheiterten in einer hektischen Partie immer wieder am slowenischen Nationaltorwart Oblak. Der überragende Keeper bewahrte mit vielen Glanztaten den Leverkusen-Bezwinger vor einer Niederlage.
Real, das seit dem Finale in der Königklasse keines der folgenden sieben Duelle gegen die Rojiblancos gewonnen hat, behielt über die gesamte Spieldauer die Kontrolle. Die lange verletzten und auch vermissten Rückkehrer Luka Modric und James Rodriguez sorgten immer wieder für gefährliche Vorstöße. Ronaldo und Kroos, der seinen 50. Einsatz in der Champions League hatte, setzten sich dagegen kaum in Szene.
Weltmeister Sami Khedira verfolgte nach überstandenen Rückenproblemem das Geschehen von der Ersatzbank. Dass Real-Coach Carlo Ancelotti den von Schalke umworbenen Mittelfeldspieler überhaupt in den Kader berufen hatte, war durchaus überraschend.
Unterdessen darf Dortmund-Bezwinger Juventus Turin weiter vom seinem ersten Einzug ins Halbfinale der Champions League seit zwölf Jahren träumen. Gegen den starken französischen Vizemeister AS Monaco entschied der ehemalige Leverkusener Bundesliga-Profi Arturo Vidal die Partie. In der 57. Minute verwandelte der Chilene vor 41.000 Zuschauern einen umstrittenen Foulelfmeter (57.).
Die Monegassen dürfen sich nach einer starken Vorstellung trotz der Niederlage noch Chancen für das Rückspiel ausrechnen. Denn unter dem Strich war die Niederlage für die Gäste aus dem Fürstentum äußerst unglücklich.
Die Gastgeber, die in der Runde zuvor Borussia Dortmund souverän aus dem Wettbewerb geworfen hatten, starteten noch mit dem Selbstbewusstsein einer Heimmannschaft in die Partie, Monaco präsentierte sich aber schnell auf Augenhöhe. Damit bewiesen sie, dass der Coup im Achtelfinale gegen den FC Arsenal kein Zufall war.
Den Turinern stand zudem das Glück zur Seite, als der tschechische Referee Pavel Krávovey nach einem angeblichen Foul von Ricardo Carvalho an Alvaro Morata auf den Elfmeterpunkt zeigte. Der Ausgleich für Monaco wäre angesichts einiger Chancen der verdiente Lohn für eine gute Vorstellung gewesen.
