REGENSDORF - Nur keine Angst vor dem entscheidenden Pfiff: Erstmals können die Schiedsrichter bei einer Fußball-Europameisterschaft offiziell die Dienste eines Psychologen in Anspruch nehmen. Der Schweizer Mattia Piffaretti wird den zwölf Unparteiischen während des Turniers in deren Quartier in Regensdorf bei Zürich zur Seite stehen. Verpflichtend ist das Angebot der Europäischen Fußball-Union (Uefa) allerdings nicht.

Der deutsche EM-Schiedsrichter Herbert Fandel begrüßte die Neuerung, kommt nach eigener Aussage aber ohne die Hilfe aus. „Ich brauche ihn nicht. Ich habe in meinem Berufsleben so viele Situationen erlebt, die mir in schwierigen Phasen weiterhelfen“, sagte Fandel.

Spätestens an diesem Donnerstag wird die Uefa die Schiedsrichter-Ansetzungen für die ersten EM-Spiele verkünden. Dann beginnt für jeden einzelnen Referee die unmittelbare Vorbereitung. Auch Fandel ist sich der Bedeutung bei seinem ersten großen Turniereinsatz bewusst. „Es ist wichtig, dass wir mit einer einheitlichen, konsequenten Linie agieren“, nahm er sich und seine Kollegen in die Pflicht.

Finanziell ist die EM für die Schiedsrichter ein lohnendes Geschäft. Pro Spiel erhalten sie 10 000 Euro. Zusätzlich gibt es eine Tagespauschale von 200 Euro. Das Salär wird in gleicher Höhe von den Gruppenspielen bis zum Finale bezahlt. Die beiden Schiedsrichter-Assistenten erhalten immerhin noch je 5500 Euro pro Einsatz. Der vierte Offizielle verdient pro Spiel 4000 Euro, der Ersatz-Assistent bekommt 3000 Euro.